Ochtrup
Ein Leben im Dienste der Genossenschaft

Donnerstag, 11.09.2008, 18:09 Uhr

Ochtrup . Ein letztes Mal eröffnete der Aufsichtsratsvorsitzende Franz Holtmannspötter am Mittwochabend im Saal der Gaststätte Bätenvoss die Generalversammlung der Raiffeisengenossenschaft Ochtrup. Nach 39-jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit stellte er sein Amt zur Verfügung.

Dass Holtmannspötter ein geordnetes Haus übergibt, wurde in den Ausführungen des Geschäftsführers Andreas Koers zum Geschäftsjahr 2007 deutlich. „Die Summe aller verkauften Produkte und Dienstleistungen ist im Vorjahresvergleich um 15 Prozent auf 10,8 Millionen Euro gestiegen“, berichtete Koers. Zur Umsatzsteigerung, so Koers, hätten die höheren Mengenumsätze und die gravierenden Preissteigerungen auf den landwirtschaftlichen Märkten beigetragen.

Darüber hinaus habe die Genossenschaft insbesondere bei Futtermitteln einen Zuwachs von 18,2 Prozent erzielt. Beim Verkauf von Düngemitteln und Pflanzenschutz indes verbuchte sie ein Minus von 6,9 Prozent. Obwohl im Bereich „Einzelhandel“ die allgemeine Kaufunlust der Verbraucher spürbar sei, habe man den Umsatz von 1 011 800 Euro gehalten.

Auch das Jahr 2008 verläuft aus Sicht des Geschäftsführers positiv. „Ich freue mich, dass wir im Bereich Düngemittel den Umsatz erhöhen und auch die Tonnagen erhalten konnten“, erklärte Koers.

Da der Tiergarten mit angeschlossenem Getränkemarkt nicht so lief wie gewünscht, hat man den Mietvertrag im Februar nicht um weitere fünf Jahre verlängert. „Seit der Schließung verzeichnen wir in unserem Getränkemarkt bis jetzt ein Umsatzplus von 18 Prozent“, erklärte Koers. Auf dem Raiffeisengelände an der Gronauer Straße habe man außerdem die Bereiche Reitsport, Haus und Garten ausgedehnt.

Nach dem Prüfbericht von Jürgen Ahlert wurden Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig entlastet.

Nach all den Zahlen stand die Würdigung des scheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden an. Andreas Koers skizzierte in einer Powerpoint-Präsentation die Stationen eines Genossenschaftlers, der am 4. September 1969 in den Aufsichtsrat gewählt wurde und ihn seit dem 8. Februar 1982 als Aufsichtsratsvorsitzender führt. „Er hat dieses Amt stets zum Wohle der Genossenschaft ausgeübt“, betonte Koers. Für seinen vorbildlichen Einsatz zeichnete Dr. Christian Degenhardt vom Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband (RWGV) Franz Holtmannspötter mit der Ehrennadel in Gold des Deutschen Raiffeisenverbandes aus. „Ich habe Sie als engagierten Genossenschaftler erlebt, der mit Leib und Seele dabei war. Von Ihrer Sorte gibt es nicht mehr viele“, bemerkte Degenhardt. „Ich höre nur Lob. Meine Schwächen haben wohl alle übersehen“, meinte Franz Holtmannspötter gerührt und dankte allen Wegbegleitern für die gute Zusammenarbeit.

Er schilderte auch das Problem, einen Nachfolger zu finden. „Keine Zeit aus beruflichen Gründen“ und die Scheu vor dem Rednerpult seien die wesentlichen „Nein“-Argumente gewesen. Nach erfolgloser Suche schlug der Aufsichtsrat den Vorstandsvorsitzenden Hermann Laurenz für das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden vor. Laurenz wurde ohne Gegenstimme gewählt.

Da das Vorstandsamt nun vakant ist, wird der Aufsichtsrat schnellstens ein Mitglied in den Vorstand wählen. Der neue Aufsichtsratsvorsitzende Hermann Laurenz dankte seinem Vorgänger für den „genossenschaftlichen Marathonlauf“ und das uneigennützige Wirken zugunsten der Genossenschaft. Die turnusgemäß aus dem Aufsichtsrat scheidenden Mitglieder Thomas Wesbuer, Stefan Löcker und Werner Holtevert wurden erneut in das ehrenamtliche Verwaltungsgremium gewählt. Neues Mitglied im Aufsichtsrat ist seit Mittwoch der 27-jährige Agraringenieur Bernd Schlattmann.

Als ausgesprochen informativ und aktuell erwies sich der abschließende Gastvortrag des Landwirtschaftsdirektors Heribert Breker. In seinem Referat zum Thema „Getreide- und Futtermittelmarkt 2008/ 2009 – wo geht die Reise hin?“ skizzierte er anhand von Statistiken, Tabellen und Zahlen die Preisentwicklung auf dem Getreide- und Futtermittelmarkt. Ursachen für aktuelle Preisschwankungen gebe es viele, die wichtigste sei die Rohölpreisentwicklung. Breker nannte außerdem die globale Versorgungslage, Transportkosten, die regionale Versorgungssituation in bedeutenden Exportländern und die Produktionssteigerung auf dem Weltmarkt.

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