Ochtrup
FWO wollen Schulbibliothek

Freitag, 06.02.2009, 17:02 Uhr

Ochtrup . Die Freien Wähler Ochtrup (FWO) haben in dieser Woche einen Vorstoß für eine Schulbibliothek am Schulzentrum gemacht. „Die Schüler müssen lernen, mit Büchern umzugehen“, kann Jörn Oberdörfer, Vorsitzender der Wählergemeinschaft, nicht verstehen, warum eine solche Einrichtung nicht schon für die 2000 Schüler besteht.

„Der Lesewillen und die Lesequalität der Schüler nimmt immer mehr ab, gleichzeitig werden die Anforderungen zum selbstständigen Erarbeiten von Sachverhalten höher“, schreiben die Freien Wähler in einer Pressemitteilung. „Existierende Bücherangebote in den Schulen stellen eher ein Armutszeugnis dar. Nicht selten findet man dort Buchecken, bei denen die Bücher noch von Lehrern oder Eltern gespendet werden, deren Aktualität aber zu viele Wünsche offen lässt.“

Darum konkretisieren die Freien Wähler seit einiger Zeit den Gedanken, am Schulzentrum eine Schulbibliothek aufzubauen. Eine Idee, die dort nicht auf taube Ohren stößt: „Der Bedarf für eine Schulbibliothek ist da“, sagte zum Beispiel Dr. Wolfgang Schulte-Ladbeck, Leiter des Gymnasiums, auf Nachfrage unserer Zeitung. „Wir wünschen uns eigentlich, dass im Rahmen der geplanten Mensa, eine Bibliothek mitgebaut wird“, sagte er. Gespräche darüber seien aber noch nicht geführt worden.

Claudia Fremann und Silke Rensing von den Freien Wählern verweisen auf die Fritdjof-Nansen-Realschule in Gronau . Die beiden haben dort mit der stellvertretenden Schulleiterin über die Ideenentwicklung, die Erstellung eines Konzepts und dessen Umsetzung sowie den mittlerweile dreijährigen Betrieb der Bücherei gesprochen. Die Realschule sei von einem externen Partner unterstützt worden, von dem auch jetzt noch Dienstleistungen beansprucht werden, haben die FWO in Erfahrung gebracht.

„In Gronau betreiben derzeit ausschließlich ehrenamtliche Mitarbeiter in zwei alten Klassenräumen die Bücherei für etwa 800 Schüler. Vergleicht man die Dimension der Gronauer Realschule mit dem Schulzentrum Ochtrup, so kann die Arbeit hier sicher nicht nur auf ehrenamtlicher Basis durchgeführt werden“, betont Claudia Fremann. „Auch die Menge an Schülern und die erweiterten Öffnungszeiten mit Berücksichtigung der Ganztagsschule verlangen mehr als ein Ehrenamt-Engagement.“ Bei den Überlegungen zur Schulbibliothek solle auch die örtliche Bücherei einbezogen werden, eine Kooperation oder gar eine Gestaltung als Außenstelle ließen sich vorstellen. Durch den Bau einer Schulbibliothek stünden vermutlich auch Fördergelder bereit, die von der bestehenden Bücherei bisher nicht beansprucht werden konnten, so die FWO.

Die Wählergemeinschaft stellt klar, dass sie nicht glaubt, die Einrichtung aus städtischen Mitteln bestreiten zu können. „Dieser Illusion geben wir uns nicht hin“, heißt es in der Pressemitteilung. Jörn Oberndörfer sagte im Gespräch mit unserer Zeitung: „Da muss Ochtrup ran, da müssen alle an einem Strang ziehen.“ In Gronau sei der Förderkreis der Realschule auf Sponsorensuche gegangen und habe so die Sachkosten decken können.

Es sei auch klar, dass man die Bibliothek nicht „mal eben“ auf die Beine stellen könne, sagte Oberndörfer Er kündigte Gespräche mit den Schulen an. Es müsse sich ein Netzwerk etablieren, um die Idee umzusetzen. „Es wäre toll, wenn die Gelegenheit eines Mensabaus genutzt würde, die Erfolgsgeschichte aus Gronau auch in Ochtrup zu verwirklichen und eine Schulbibliothek bei den Planungen mit zu berücksichtigen“, so die FWO. Abschließend heißt es: „Der Erfolg gibt den Gronauern Recht: Die Deutschnoten der Schüler haben sich verbessert . . .“

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