Ochtrup
Die Eigenheiten einer Stadt

Dienstag, 04.08.2009, 02:08 Uhr

Ochtrup . Mit dem Durchstich an der Bahnhofstraße zum K+K-Parkplatz hat die Stadt ein wichtiges Projekt zur Innenstadtgestaltung umgesetzt. Ein weiteres – der Kreisel an der Kreuzung Poststraße/ Laurenzstraße – ist in Planung. Wie aber sieht es dazwischen aus? Und welche Perspektiven hat der Handel? Das Tageblatt hat sich mit einem Experten auf den Weg durch die Stadt gemacht: Kai Uffelmann , Erster Beigeordneter. Er war von 2003 bis 2007 Geschäftsführer des Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes für den Oberbergischen Kreis und ist damit ausgewiesener Einzelhandelsfachmann.

Die
Gesamtsituation:
Die Zahl der Leerstände sei durchschnittlich, meint Kai Uffelmann. Zur Stärkung des Einkaufsstandortes sieht er Stadt, Eigentümer und Händler in der Pflicht. „Die Stadt kann die übergeordneten Sachen regeln“, sagt er, „wie zum Beispiel den Durchstich.“ Das würde auch nie ein Privatier bezahlen.

Der Runde Tisch: Entwicklung des Handels heiße auch, eine gemeinsame Richtung zu finden, sagt der Erste Beigeordnete. Der Runde Tisch mit Vertretern der Stadt, mit Eigentümern und Immobilienfachleuten soll das erreichen. Zwei dieser Gesprächsrunden gab es schon: im März und vor zwei Wochen. „Die Immobilienmakler machen gute Vorschläge“, sagt Uffelmann. Der Runde Tisch sei darum ein Pool, um Wissen zusammenzutragen und die Besonderheiten der Stadt herauszufiltern, zum Beispiel mit einer Mietpreisanalyse. „Jede Stadt hat ihren eigenen Faktor“, nennt das Kai Uffelmann. Der Rund Tisch könne zudem Vertrauen schaffen. „Die Leute merken, wir gehen auf sie zu.“ „Das kommt gut an, und es kann sich etwas bewegen.“ Uffelmann will außerdem eine Vernetzung der Stadt erreichen. „Sonst kommt keiner.“ Mehrfache Kontakte mit dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt (WESt), Wolfgang Bischoff, sind erste Ansätze.

Der Ausblick: „Das Angebot bestimmt die Nachfrage. Das ist der Trend im Einzelhandel“, so Kai Uffelmann. Soll heißen: Erst indem Händler ein Angebot machen, entscheidet sich, ob dadurch ein Bedürfnis geweckt wird. Uffelmann: „Wenn man jemanden fragen würde: ,Brauchst Du ein Käsegeschäft?‘, lautet die Antwort mit Sicherheit: ,Weiß ich noch nicht’.‘‘ Ochtrup könne Kunden an sich binden. Positiv hebt Uffelmann die „exzellenten Parkmöglichkeiten“ der Stadt und die Fußgängerzone („nicht zu breit, nicht zu schmal“) hervor. „Und die größten Bausünden sind hier auch nicht begangen worden.“ Eine Hürde seien die Ladenflächen. „60 bis 150 Quadratmeter sind heute problematisch. Der Trend geht zur größeren Verkaufsflächen“, so Uffelmann. Er stellt aber klar: „Wir sind ein Mittelzentrum. Wir werden hier weder Peek & Cloppenburg noch H+M haben. Wer auf so etwas wartet, hat die falschen Vorstellungen.“ Dass die Hängepartie beim EOC Investitionen hemme, sieht er kritisch: „Das ist nicht für jeden relevant.“ Abzuwarten sei ohnehin das schlechteste Rezept. „Dann laufen die Kunden irgendwann weg.“

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