Ochtrup
Wirken als Diener der Bedürftigen: Bernd Holtkamp wird Sonntag zum Diakon geweiht

Freitag, 16.04.2010, 23:04 Uhr

Ochtrup - „Bald darf ich auch das Sakrament der Taufe spenden“, sagt Bernd Holtkamp und hält sein altes Taufkleid über den Taufbrunnen der Lambertikirche. In froher Erwartung sieht der 28-Jährige seiner Weihe zum Diakon entgegen. Am Sonntag (18. April) ist es soweit. Dann wird Bischof Felix Genn ihn und neun weitere Kandidaten im Dom zu Münster weihen.

Von seinem künftigen Amt hat Bernd Holtkamp konkrete Vorstellungen. „Ein Priester“, sagt er, „sollte Diener der Bedürftigen sein.“ Den Menschen zuhören und mit ihnen reden über ihre Freuden, Leiden und Hoffnungen - das ist es, was er unter dieser Botschaft versteht.

Als Bernd Holtkamp in seiner Heimatgemeinde Löningen (Kreis Cloppenburg) noch Trompete im Musikverein spielte und als Messdiener am Altar stand, hatte er allerdings noch nicht die Absicht, Priester zu werden. Selbst nach dem Abitur war er unentschlossen und entschied sich erst einmal für den Zivildienst in einem Krankenhaus. Die Begegnungen mit schwer kranken Patienten waren schließlich der Auslöser für seine Entscheidung. „Von diesen leidenden Menschen ging so viel Würde aus. Sie erinnerten mich oft an den Gekreuzigten und gaben mir das Gefühl, dass es ein Mehr gibt“, erinnert er sich. In ihm wuchs der Wunsch, den Menschen dieses „Mehr“ näher zu bringen und er fasste Ostern 2003 den Entschluss, Theologie zu studieren. „Eine sehr gute Entscheidung“, sagte sein Vater. „Hast Du Dir das auch wohl gut überlegt?“, fragte seine Mutter. Bernd Holtkamp ging zielstrebig seinen Weg. Drei Jahre Priesterseminar in Münster, danach drei Jahre Studium an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, die von Jesuiten geleitet wird. „Die Zeit in Rom hat mir sehr viel bedeutet“, sagt Holtkamp. Besonders die Eschatologie, die sich mit der Frage „Was kommt nach dem Tod?“ auseinandersetzt, habe ihn sehr interessiert.

In der Ochtruper Gemeinde St. Lambertus wartete dann ab August 2009 die Praxis. Als Pastoraler Mitarbeiter schaute Holtkamp den Priestern über die Schulter und lernte sowohl den Alltag eines Pfarrers als auch das Gemeindeleben kennen. Schöne Erfahrungen seien das gewesen, bemerkt er. Schmunzelnd erinnert er sich zum Beispiel an seinen Religionsunterricht in der Von-Galen-Schule. „Es war eine echte Herausforderung, die hohe Theologie in einfache, kindgerechte Sprache zu bringen. Aber es hat Riesenspaß gemacht.“

Wenn Bernd Holtkamp nach der Diakonweihe nach St. Lambertus zurückkehrt, kommen weitere Dienste wie Predigen, Taufen, Trauen und Beerdigen hinzu. Er wird Trauer-, Ehevorbereitungs- und Taufgespräche führen und gemeinsam mit Kaplan Markus Thoms die Firmkatechese begleiten. Zur Diakonenweihe morgen um 14.30 Uhr im St.-Paulus-Dom zu Münster sind alle Gemeindemitglieder von St. Lambertus eingeladen.

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