Ochtrup
Spielerisch vom EOC in die Innenstadt

Mittwoch, 21.07.2010, 23:07 Uhr

Ochtrup - In diesem Punkt knüpft Kai Hutzenlaub nahtlos an seinen Vorgänger Franz-Josef Melis an: Sind die ersten sechs Monate passé, lädt der Bürgermeister zur Halbjahrespressekonferenz ein. Am Mittwoch war es so weit. Themen gab es reichlich, ganz vorne mit dabei war die EOC-Erweiterung und damit einhergehend die Gestaltung der Innenstadt.

„Ich möchte dabei den Fokus auf die Altstadt setzen und eine Verbindung zum EOC herstellen“, erklärte Hutzenlaub. In dem Zusammenhang nannte er den Namen Günter Beltzig. Der Spielplatzdesigner hat vor ein paar Monaten einen Vortrag in der Lambertischule gehalten und den Verwaltungschef nachhaltig beeindruckt. „Unter dem Motto ,Die ganze Stadt ist ein Abenteuerspielplatz könnte ich mir eine lose Folge von Spielangeboten auf dem Weg vom EOC in die Innenstadt vorstellen“, so Hutzenlaub. Auch aus der Bevölkerung habe es dazu schon Ideen gegeben. „Und es dürfen gerne noch mehr Anregungen kommen, denn der Bürger ist der Fachmann vor Ort“, zitierte Hutzenlaub mit einem Augenzwinkern seinen eigenen Wahlkampfslogan.

Beim Stichwort Innenstadt war er schnell bei einem ganz anderen Thema: dem Rathaus. „Das ist mittlerweile ein Fass ohne Boden und eine Dauerbaustelle. Gerade hatten wir einen Wassereinbruch in der EDV, das ist nur ein Beispiel von vielen“, so Hutzenlaub. Und er fügte hinzu: „Ich weiß, dass die Parteien sagen, die Stadt könne sich kein neues Rathaus leisten. Aber die Situation wird allmählich zu einem Rechenexempel.“ Dann zählte er auf: nicht gesicherter Brandschutz, ein Sozialamtsgebäude, das nicht mal im Erdgeschoss barrierefrei ist, drei Standorte, die nicht nur für viele unnötige Wege, sondern auch für horrende Energiekosten sorgen, und, und, und. Alles unter einem Dach - das ist die Idee, die Hutzenlaub im Hinterkopf hat. Das bezieht er nicht nur auf die Stadtverwaltung: „Die Polizei sucht nach einem neuen Standort für die Wache. Die ließe sich doch gut im selben Gebäude unterbringen.“

Etwas anderes brennt dem Bürgermeister noch viel mehr unter den Nägeln, weil es gerade in den Sommermonaten zu einem echten Problem in der Innenstadt geworden ist: das Urinieren an Hauswänden, Kellerschächten und ähnlichem. „Ich finde das einfach nur abstoßend. Es gibt bereits Anfragen von Geschäftsleuten, die bei der Night Light am 31. Juli Bauzäune aufstellen wollen, um ihre Gebäude zu schützen“, sagte Hutzenlaub. Als Konsequenz schließt er eine entsprechende Verordnung nicht aus. Das Thema soll auf jeden Fall demnächst im Stadtrat diskutiert werden.

Dort werden auch die Vorschläge der Sparkommission vorgestellt. Das Gremium hat am 14. Juli seine Arbeit aufgenommen. Zwischenberichte werde es nicht geben, kündigte Hutzenlaub gestern an. „Das würde nur zu parteitaktischen Diskussionen führen. Und genau das wollen wir nicht“, machte er deutlich. Die Aufgabe der Sparkommission beschrieb er so: „Es geht darum, welche Standards wir in dieser Stadt wollen.“

Die stärkere Einbindung von Senioren in politische Entscheidungsprozesse, die gemeinsame Nutzung von Technikräumen durch die Haupt- und die Realschule sowie die geplante Sommertour mit dem neuen Wirtschaftsförderer Robert Tausewald durch Ochtruper Betriebe waren weitere Themen, die Hutzenlaub am Mittwoch zur Sprache brachte.

Zum Schluss konnte er sogar dem Haushaltssicherungskonzept der Stadt etwas Positives abgewinnen: „Die Kommunalaufsicht gibt unser Konzept anderen Kommunen als Muster an. Dazu hatten wir bereits einige Anfragen. Das zeigt meiner Meinung nach, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dass unser Kämmerer Roland Frenkert ganze Arbeit geleistet hat.“

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