Ochtrup
Highway für die Wassermassen

Dienstag, 03.08.2010, 19:08 Uhr

Ochtrup - Wie eine dicke blaue Schlange liegt sie im Graben nahe dem Hof Lastering in Bilk , die DN 300. Die paar Meter der Wassertransport- und Verteilungsleitung , die hier zu sehen sind, bilden nur einen Teil einer drei Kilometer langen Baustelle.

Auf dieser verlegt die Tiefbaufirma Strabag im Auftrag der Stadtwerke die neue Pipeline. Am Rande des Grabens, der die Tiefe eines erwachsenen Mannes misst, steht Michael Schmalisch , Gas- und Wassermeister der Stadtwerke Ochtrup. Die DN 300 sei eine PE-Leitung, erklärt er. PE, das bedeutet Polyethylen und ist ein stabiler, verschleißarmer Kunststoff von hoher Temperaturresistenz. „Diese Leitung wird die zweite Hauptwasserleitung für Ochtrup“, so Schmalisch und weist darauf hin, dass auch eine Steuerleitung nach Ochtrup sowie einige Leerrohre für Kabel verlegt werden. „Im gleichen Zuge werden Hausanschlüsse in Bilk und den umliegenden Bauerschaften erneuert“, so der Mann von den Stadtwerken.

Die drei Kilometer lange Baustrecke vom Bilker Sportplatz an der K 57 bis zur Steinfurter Aa ist nur ein Teil eines insgesamt 13,5 Kilometer langen Bauvorhabens mit einem Kostenvolumen von circa 2,5 Millionen Euro - allein für das Verlegen der Transport- und Versorgungsleitung. Ziel ist laut des stellvertretenden Abteilungsleiters für Gas und Wasser der Lückenschluss vom Wasserwerk Offlum bis zum Reinwasserspeicher Ochtrup.

6,5 Kilometer liegen schon im Boden, zum Ende des Jahres sollen die drei aktuell bearbeiteten hinzukommen. „Nächstes Jahr schließen wir dann die Lücke von Haus Magret in Ochtrup bis zur Bilker Straße. Das sind noch einmal vier Kilometer“, informiert Schmalisch über die weiteren Arbeitsplanungen. Insgesamt sei das Vorhaben ein Großprojekt, „wie ein Autobahnbau für Ochtrup.“

Wo die neue Transportleitung in die Erde geht und ging müssen derweil Relikte aus Kaiserzeit und Weimarer Republik weichen. Die veralteten Graugussleitungen vom Typ DN 200 beziehungsweise DN 250 aus den Jahren 1903 und 1936 werden Bauabschnitt für Bauabschnitt vom Netz genommen und anschließend verdämmt, um das Zusammen von Hohlräumen und daraus resultierenden Straßenschäden zu vermeiden. Damit niemand auf dem Trockenen bleibt werden die alten Leitungen erst dann außer Betrieb genommen, wenn die Wasserversorgung durch die neu angeschlossene Polyethylenleitung aus Offlum gewährleistet ist, betonte Schmalisch gestern.

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