Ochtrup
Selbstlernzentrum am Gymnasium: Aufsicht ja - Kamera nein

Donnerstag, 30.06.2011, 18:06 Uhr

Ochtrup - Überwa­chungskamera, Schüler oder Ein-Euro-Jobber: Wer führt die Aufsicht im geplanten Selbstlernzentrum am Gym­nasium? Rektor Peter Grus stellte am Mittwoch im Ausschuss das Konzept für den Raum vor, in dem vor allem Oberstufenschüler eigenverantwortlich lernen können - und positionierte sich dabei klar gegen die drei gerade genannten Al­ternativen. Blieben Lehrer oder auch Eltern als Aufsicht. „Noch haben wir keine Pa­tentlösung“, so Grus.

Davon abgesehen sind die Pläne allerdings schon weit gediehen. Als Nächstes soll sich eine Arbeitsgruppe, in der auch Eltern und Schüler sitzen, gründen. Dass ein Selbstlernzentrum notwendig ist, darüber waren sich alle Fraktionen einig - jetzt wol­len sie genauere Infor- matio­nen dazu abwarten, wie teuer die Einrichtung wird.

Auch Grus hält das Selbst­lernzentrum für unverzicht­bar: „Das Abitur nach acht Jahren erhöht die Präsenz-Zeit der Schüler und die Ar­beitsbelastung. Sie brauchen einen Ort in der Schule, an dem sie in Ruhe arbeiten und Freistunden nutzen können.“ Außerdem unterstütze das Zentrum die Methoden mo­derner Pädagogik. Schlag­wort: individuelles Lernen. Der bisherige kleine Raum werde diesen Anforderungen nicht gerecht. Deshalb sieht die Planung vor, die Leichtbauwände zu den benachbarten zwei Klassenzimmern durchzustechen - und so einen großen Raum für bis zu 50 Schüler zu schaffen.

Um Kosten für Umbau und Einrichtung zu nennen, sei es noch zu früh, so Grus. Wer nach vergleichbaren Einrichtungen an anderen Schulen sucht, dem wird aber schnell klar: Mit ein paar Tausend Euro ist es nicht getan. „Wir sollten versuchen, Sponsoren mit ins Boot zu holen und auch die Bücherei mit ihrer Kompetenz einbeziehen“, sagte Jörn Oberndörfer (FWO).

Kopfzerbrechen bereitet neben der Kostenfrage der­weil noch die Frage der Auf­sicht. „Mit der steht und fällt das Selbstlernzentrum“, sagte der Schulleiter. Denn die Kräfte sollen nicht nur aufpassen, dass nichts kaputt geht. Sie sollen auch motivieren. Zum Beispiel bei der Recherche nach Unterrichtsstoff - dem Schüler also auch mal sagen, so Grus, „dass es noch was anderes als das Internetlexikon Wikipedia gibt“.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/229679?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F700640%2F700933%2F
Nachrichten-Ticker