Ochtruper ist mit dem Rad unterwegs
Nach Norwegen und immer weiter hoch

Freitag, 09.09.2011, 16:09 Uhr

Ochtrup - Die 500 Kilometer im Fahrradsattel wären eigentlich kein Problem gewesen - aber die Steigungen ... Norwegen ist ziemlich bergig, Philipp Gaupel hat das jetzt im wahrsten Sinne des Wortes erfahren. Der 26-jährige Ochtruper hat im August 25 Kilogramm Gepäck auf sein Fahrrad geladen und ist zusammen mit seinem Freund Kai Dünow aus Emsdetten in den Zug gestiegen. Einen Tag Fahrt bis nach Dänemark, eine Nacht im Zelt und weitere zwölf Stunden auf der Fähre dauerte es, bis die beiden im norwegischen Stavanger ankamen, dem Ausgangspunkt ihrer Tour. Von dort aus ging es vorbei an der zum Teil rauen skandinavischen Landschaft durchs Gebirge.

Neun Tage Fahrtzeit für 500 Kilometer hatten die beiden Maschinenbau-Studenten eingeplant. Sie steuerten vor allem die Natur-Highlights an - wie zum Beispiel den Preikestolen, zu Deutsch: Predigtenstuhl. Nur flach auf dem Bauch robbend gelangen die Besucher an den Rand des Fjordes, der sich 600 Meter über dem Meer erhebt. Das Touristen-Ziel, das 80000 Besucher jährlich ansteuern, erreichten der Ochtruper und sein Kommilitone am ersten Tag. Für Gaupel gleich in doppelter Hinsicht ein Höhepunkt: „Das war am beeindruckendsten“, sagt er. 47 „lockere“ Kilometer legten die beiden Radler an diesem Tag zurück. Am nächsten waren es nur neun. Aber die hatten es in sich: „Das waren zehn Prozent Steigung“, erzählt Gaupel. „Danach dachten wir eigentlich, dass wir das Schlimmste hinter uns hatten.“ Aber: Es folgte die Strecke durchs Gebirge und die bot zwar landschaftlich reizvolle Gegend, aber auch für Radfahrer gesperrte Tunnel. Diese mussten die beiden Urlauber auch noch umfahren, jeweils über die Bergkuppe rüber. Das setzte selbst dem trainierten Übungsleiter der Basketball-Herren von Arminia Ochtrup zu. „Dafür waren die Abfahrten toll.“

Obwohl es das sportliche Programm schon in sich hatte, legten die Freunde auch noch Stopps für Wanderungen ein - unter anderem auf einen Gletscher. Auch dabei ging es 400 Meter hoch hinaus. Bei einer weiteren Tour waren die Wasserfälle Sotefossen das Ziel. „Skandinavien ist wirklich schön“, zieht Gaupel eine Bilanz. Die Norweger seien sehr freundlich gewesen und hätten auf den Straßen Rücksicht genommen. Da gabs auch schon mal ein „Daumen hoch“ für die Deutschen, die sich den Berg hoch quälten.

Schon einmal hat Gaupel eine ähnlich große Tour gemacht - zum Bodensee. „Das war zwar doppelt so lang, aber eben deutschlandflach“, erzählt er. Als sein Kommilitone ihm genau das für die gemeinsame Fahrt vorschlug, winkte er ab. Etwas anderes musste her. Schließlich einigten sich die beiden auf Norwegen und notierten für die Planung auch die Höhenmeter. Von denen wissen sie jetzt, wie sie sich „in echt“ anfühlen.

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