Alter Posthof steht seit fast zwei Jahren leer
Wer macht das Licht in der Gaststätte wieder an?

Samstag, 19.11.2011, 12:11 Uhr

Ochtrup - Die Küche ist seit langem kalt. Und Bier wandert hier auch keines mehr über den Tresen. Im Gegenteil: Im Februar 2010 wurde der Zapfhahn im Alten Posthof hochgedreht. In dieser Position verharrt er - bis heute. Denn bislang ist es der Bertha-Jordaan-van-Heek-Stiftung nicht gelungen, das Vier-Ständer-Fachwerkhaus aus dem Jahr 1598 wieder zu vermieten.

Seitdem das denkmalgeschützte Gebäude 1966 auf dem Hof Krumme 400 Meter weiter in Richtung Welbergen ab- und am heutigen Standort aufgebaut wurde, beherbergte es eine Gaststätte . „Es ist nach wie vor unser oberstes Ziel, dass das auch in Zukunft so ist“, erklärt Heinz H. Baumeister . Allerdings hat der Geschäftsführer der Stiftung im Laufe des inzwischen fast zwei Jahre währenden Leerstandes gemerkt, wie schwer es ist, den Alten Posthof neu zu vermarkten. Anzeigen in Deutschlands größter Fachzeitung, Makleraufträge, Anfragen bei Brauereien und Getränkegroßhändlern - all das hat nicht den erwünschten Erfolg gebracht. Es gab zwar Interessenten, die der Stiftungsvorstand geprüft hat, am Ende wurden die Verhandlungen jedoch ausnahmslos abgebrochen. „Mal waren es fehlende Fachkenntnisse, mal hatten die potenziellen Pächter kein Interesse, die Wohnung in dem Gebäude zu beziehen oder es fehlte an Finanzierungsmöglichkeiten für das sogenannte kleine Inventar wie Töpfe, Besteck und Geschirr“, nennt Baumeister die Gründe für das Scheitern der Gespräche. Gleichzeitig betont er: „In der Vergangenheit hat es niemals Probleme mit der Pacht gegeben. Da haben wir durchaus mit uns reden lassen.“

Apropos Vergangenheit: Sechs Pächter hat der Alte Posthof kommen und früher oder später wieder gehen sehen. Dabei fällt auf, dass die Familien Lastering, Romero und Bertels wesentlich mehr Kontinuität an den Tag legten. Im Gegensatz zu ihren Nachfolgern Klute, Althoff und Harbord betrieben sie die Gaststätte über Jahre, zum Teil sogar weit länger als ein Jahrzehnt.

Dabei ist sich der Stiftungsvorstand durchaus bewusst, dass die Zeiten in der Gastronomie heute andere sind als noch vor zehn, 15 Jahren. „Das Freizeitverhalten hat sich geändert, der Trend geht in Richtung Events, Großveranstaltungen in den Städten“, sagt Baumeister. Zudem täten die Fixkosten ein Übriges.

In Summe hat das dazu geführt, dass die Stiftung auch über eine andere Nutzung des Alten Posthofs samt 3000-Quadratmeter-Grundstück nachdenkt. Wohnraum, Büros für Freiberufler, Ateliers für Künstler - gekoppelt mit einem kleinen Bistro oder Café, Baumeister und seine Vorstandskollegen sind für vieles offen. „Auch ein Handwerk, das in das Umfeld passt, wäre denkbar“, so der Geschäftsführer der Stiftung. Beim Bauamt und den Denkmalbehörden hat er wegen einer möglichen Nutzungsänderung schon mal vorgefühlt und ist dort auf eine „große Offenheit“ gestoßen.

Auch wenn der Leerstand Geld kostet, will sich die Stiftung Zeit lassen. „Wir haben uns keine Frist gesetzt, bis wann das Gebäude wieder vermietet sein soll“, sagt Baumeister. Zwischen den Zeilen klingt die Hoffnung durch, dass die Lichter in der Traditionsgaststätte bald wieder angehen.

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