Ein Selbstversuch in chinesischer Entspannungstechnik
Auf der Suche nach „Qi“ und „Gong“

Donnerstag, 17.11.2011, 10:11 Uhr

Ochtrup - Mit Skepsis beladen betrete ich an diesem Mittwochabend den Sportpark an der Beethovenstraße, um in die Geheimnisse des Qigong vorzudringen. Qigong klingt chinesisch - und das ist es auch, wie ich von Trainerin Ursula Kellers erfahre. „Eine chinesische Entspannungstechnik zur Selbstheilung und Gesundheitsförderung. Ziel der Übungen ist es, unsere Lebenskraft zu regulieren und zu stärken“, erläutert sie. „Qi“ steht für Lebensenergie und -kraft. „Gong“ ist der Weg, auf dem wir uns dieser Energie bewusst werden.

Und los geht´s. Sehr leise ertönt zarte Musik. Die Teilnehmer bilden einen Kreis und nehmen nach Anweisung der Leiterin eine bequeme Sitzposition auf den Gymnastikmatten ein. Die meisten bevorzugen den Schneidersitz. Ich schließe mich der Mehrheit an. Leise und doch eindringlich ist die Stimme der Trainerin zu hören: „Augenlider fallen lassen, Muskeln nacheinander entspannen, Stirn glätten! Das Denken hört auf.“

Bei mir will es mit der Entspannung allerdings nicht so recht klappen. Das liegt wahrscheinlich an der ungewohnten Schneidersitzposition. „Ein Stuhl mit Rückenlehne wäre viel bequemer. Oder noch besser ein Sessel“, denke ich. Ja, ich denke. Obwohl ich meine Gedanken loslassen soll. Und das gelingt mir erst recht nicht.

Jetzt konzentriere ich mich wieder auf Ursula Kellers Anleitungen: „Den Kopf langsam kreisen. Jede Bewegung muss harmonisch sein. Wenn es knirscht und knistert, dann sind das Blockaden, die sich lösen.“ Gut zu wissen, denn bei mir knistert und knattert es wie Sand im Getriebe.

Nach einer Weile des Kopfkreisens heißt es: „Langsam die Augen öffnen!“ Diesen Schritt kann ich mir sparen. Ich habe meine Augen längst geöffnet, um zu beobachten, wie entspannt und konzentriert die anderen ihre Übungen durchführen.

Später in der Pause verrät mir eine Teilnehmerin, dass sie Qigong nach einer Krebserkrankung kennengelernt hat. Die Entspannungstechniken haben ihr neue Lebenskräfte verliehen. „Wenn ich die Übungen mache, kann ich alle Sorgen loslassen und bin bei mir selbst. Ich brauche nichts anderes“, sagt sie.

Bei den nächsten Übungen erheben wir uns von der Gymnastikmatte. Angesagt sind leichte Bewegungen im Schulter- und Rückenbereich, die weder Kraft noch körperliche Anstrengung erfordern. Das ist angenehm. Ich habe das Gefühl, dass die Bewegungen meinem verspannten Rücken guttun. „Heute war das nur ein kleiner Einblick. Wir haben schon viele andere Übungen kennengelernt, die unser Qi stärken“, merkt eine erfahrene Teilnehmerin am Ende der Schnupperstunde an. Für mich war es eine interessante Erfahrung. Mein „Qi“ wendet sich nun aber wieder anderen Aufgaben zu.

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