Passionskonzert zum Palmsonntag
Jubel hier, düstere Vorahnung da

Ochtrup -

Beides gehört zum Palmsonntag: Die begeisterten Hosianna-Rufe, als Jesus in Jerusalem einzieht und die düstere Vorahnung seiner Leidensgeschichte. Diese Gegensätze versuchte die Pfarrgemeinde St. Lambertus am Sonntag aufzuzeigen – von der sonnenbeschienenen Palmweihe am Morgen bis hin zu dem Konzert am späteren Nachmittag in der Lambertikirche. Längst waren Wolken aufgezogen. So war auch die mit Musik vermittelte Stimmung in den „Liedern und Arien zur Passionszeit“.

Sonntag, 01.04.2012, 23:04 Uhr

Passionskonzert zum Palmsonntag : Jubel hier, düstere Vorahnung da
Trug mit ihrem Mezzosopran zum Gelingen des Passionskonzertes bei: Astrid Strege. Foto: Martin Fahlbusch

Studierende der Gesangsklasse Ludger Breilmann aus Münster hatten sich mit dem Organisten Thomas Lischik die Aufgabe gestellt, einen musikalischen Bogen zu spannen von den Anrufungen an den Herrn vor Ver-zweiflung und Angst, als man das Unheil der Kreuzigung Jesu ahnt, bis hin zum Wehklagen der Mutter des Gekreuzigten bei dessen Tod auf Golgatha.

Düster und verhalten gestalteten Elke Große-Venhaus (Sopran) und Astrid Strege (Mezzosopran) den Konzertbeginn mit Heinrich Schütz‘ „Erhöre mich, wenn ich rufe“. Eine Musik, die unverkennbar die Renaissance atmet. Über 200 Jahre waren vergangen, als Felix Mendelssohn-Bartholdy seine Sinfonie Nr. 2, besser die Sinfoniekantate „Lobgesang“, schrieb mit der Arie „Ich harrete des Herrn“. Diesen Wandel machte die klar konturierende Stimmkombination von Altistin Kirsten Sicking und Sandra Lischik (Sopran) eindrucksvoll deutlich.

Johann Sebastian Bach nutzte sein Vokalwerk, um die biblischen Geschichten zu kommentieren und diese für seine Zeitgenossen als Orientierung für deren Leben zu empfehlen. So auch das Lied „Lasset uns mit Jesus ziehen“, das Astrid Strege besonders in den tiefen La-gen ihres durchsichtigen Mezzosoprans anrührend vortrug. Anschließend sang Susanne Hesemann die Bach-Arie „Von den Stricken“ mit bedachter und schlanker Stimmgebung – und dazu als echter Gegen-satz der mutige und kräftige Sopran von Sandra Lischik in „Ich folge Dir gleichfalls“ – ebenfalls von Bach.

Der „Messias“ von Georg Friedrich Händel zeichnet die Lebensgeschichte Jesu nach. Aus dessen Passionspassage stammt die Arie „Er ward verschmähet“, die Kirsten Sicking mit ruhigem und sicherem Ton vorstellte. Dann wieder ein Zeitsprung zur impressionistischen Musik von Gabriel Fauré. Elke Große-Venhaus trug das „Pie Jesu“ aus dessen Requiem vor – schlicht und souverän.

Gestaltung und Ausdruck standen im Mittelpunkt des Parts, den Tenor Wilfried Stening mit weiteren Auszügen aus Händels „Messias“ anhörenswert und gekonnt übernommen hatte. Aufmerksamer und stützender Partner war bei allen Vorträgen Thomas Lischik an der Orgel.

Am Schluss gab es viel mehr als nur freundlichen Beifall von den angetanen Zuhörern im Kirchenschiff und durchweg zufriedene Gesichter der Musiker auf der Orgelbühne.

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