Alter Posthof füllt sich wieder
Neuer Pächter eröffnet dort einen Fitnessclub mit Café

Ochtrup -

Neues Leben im Alten Posthof: Nach mehr als zwei Jahren Leerstand hat die Bertha-Jordaan-van-Heek-Stiftung einen neuen Pächter für das Vier-Ständer-Fachwerkhaus aus dem Jahr 1598 gefunden. Peter Knüpp eröffnet dort den Fitnessclub „Finisher“ samt Sportlercafé. „Für mich ist das der ideale Ort, um mein anspruchsvolles Konzept umzusetzen“, schwärmt der Fitnessfachwirt und lizenzierte Trainer. Und er fügt hinzu: „Im Umkreis gibt es nirgendwo die Möglichkeit, in so einem Ambiente zu trainieren.“

Samstag, 12.05.2012, 15:05 Uhr

Alter Posthof füllt sich wieder : Neuer Pächter eröffnet dort einen Fitnessclub mit Café
Freuen sich, dass die Lichter im Alten Posthof nach mehr als zwei Jahren Leerstand wieder angehen: Heinz H. Baumeister (2.v.l.) und Franz-Josef Melis (2.v.r.). Peter Knüpp eröffnet dort einen Fitnessclub und zieht mit seiner Partnerin Sarah Lücker in die angegliederte Wohnung. Foto: Anne Eckrodt

Aber passt die neue Nutzung zu dem denkmalgeschützten Gebäude? „Das war ein Gärungsprozess – mit positivem Ausgang“, beschreibt Heinz H. Baumeister , Geschäftsführer der Stiftung, die Entscheidungsfindung. Die Stiftungsgremien hätten sich erst einmal mit der Novität vertraut machen müssen. Kein Wunder: Der Alte Posthof im Bökerhook ist mehr als vier Jahrzehnte als Gaststätte genutzt worden. Doch, so Franz-Josef Melis – wie Baumeister im Stiftungsvorstand aktiv – schmunzelnd: „Es gibt durchaus Querverbindungen zu dem, was jetzt im Posthof entsteht. Schließlich sind rund um Haus Welbergen viele Menschen unterwegs, die sich fit halten.“ Außerdem beziehe sich der Denkmalschutz auf die äußere Hülle des Hauses. Und innen entwickle sich nun neues Leben.

Die Nutzungsänderung dafür ist bereits beim Kreis Steinfurt beantragt. Im Juli soll der Umbau beginnen. Einen Monat später möchte Knüpp mit seiner Partnerin Sarah Lücker die angrenzende Wohnung beziehen. „Ab Anfang August werden wir sonntags einen Stand vor dem Alten Posthof aufbauen, wo sich Interessierte über unser Angebot informieren können“, sagt Knüpp. Im Herbst möchte er dann mit dem Café, das auch externen Besuchern offensteht, an den Start gehen. Und im Januar folgt dann die Eröffnung des Fitnessclubs .

Bis dahin ist eine Menge zu tun. Während der Schankraum und das Kaminzimmer „nur“ renoviert und mit neuem Mobiliar ausgestattet werden, geht es auf der großen Tenne deutlich mehr zur Sache. Die Statik bleibt zwar, ebenso der Fußboden, doch die Wand zur bisherigen Küche muss weichen. Denn die wird ebenfalls zur Trainingsfläche. „Da wir in unserem Café höchstens an den Wochenenden Kuchen anbieten, reicht uns eine kleine Küche, die wir hinter der Theke abtrennen“, erklärt der neue Pächter des Alten Posthofs. Duschen, Umkleiden und Sanitärbereich entstehen im Keller, wo sich bereits die Toiletten befinden.

Genaue Zahlen zum Investitionsvolumen lässt sich Knüpp nicht entlocken. Nur soviel: „Das bewegt sich im unteren sechsstelligen Bereich.“ Für Melis vollkommen plausibel, „schließlich wird das alles sehr hochwertig – inklusive der Geräteausstattung“. Damit sich das lohnt, habe die Stiftung dem Pächter einen langen Mietvertrag mit einer Option auf zwölf Jahre eingeräumt. Doch das alleine ist es nicht, wie Ochtrups Alt-Bürgermeister erklärt: „Der Stiftung ist wichtig, dass das Gebäude samt der angegliederten Wohnung wieder genutzt und dort ein Café betrieben wird, das allen offen steht.“

Und wie sieht es mit einer Mitgliedschaft der beiden Herren vom Stiftungs-Vorstand aus? „Och…“, sagt Baumeister, er habe da bereits so seine Erfahrungen. Mit einem Schmunzeln schaut er seinen Vorstandskollegen an. „Ich bin passionierter Radfahrer“, beeilt sich Melis zu betonen. Und es klingt so, als ob er daran auch in Zukunft nichts ändern wolle.

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