Aus dem Jugendschöffengericht Rheine
Faustschlag für ein „Päckchen“

Ochtrup -

Zehn Monate auf Bewährung – dieses Urteil hat das Jugendschöffengericht in Rheine am Mittwoch für zwei Männer aus Ochtrup gefunden. Die 20 und 24 Jahre alten Anklagten mussten sich wegen Körperverletzung und Raub verantworten.

Donnerstag, 10.05.2012, 08:05 Uhr

Zehn Monate auf Bewährung – dieses Urteil hat das Jugendschöffengericht in Rheine am Mittwoch für zwei Männer aus Ochtrup gefunden. Die 20 und 24 Jahre alten Anklagten mussten sich wegen Körperverletzung und Raub verantworten.

Laut Anklage hatten sie am 13. August 2011 einen Mann am Ochtruper Bahnhof brutal zusammengeschlagen und ihm zudem 100 Euro geraubt. Bei ihrer Tat hatten die Männer offenbar darauf gehofft, ihrem Opfer Marihu

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ana abnehmen zu können. Sie hatten zuvor bei einer Bahnfahrt ab Enschede beobachtet, wie der Mann ein Päckchen aus der Seitentür im Zug genommen habe. Auf dem Bahnhof in Ochtrup nahm der 20-Jährige das Opfer in den Schwitzkasten, sein Komplize schlug ihm mit der Faust ins Gesicht.

Beide Angeklagten räumten die Vorhaltungen der Staatsanwältin weitgehend ein.

Das Gericht verurteilte den 24-Jährigen zudem zu einer Geldbuße in Höhe von 1400 Euro. Der Jüngere muss eine stationäre Drogentherapie machen, mit der er sich zuvor einverstanden erklärt hatte.

Er und sein Anwalt wirkten bei der Urteilsverkündung überrascht, weil die Staatsanwältin gegen ihn „nur“ vier Wochen Dauerarrest aus dem Jugendstrafrecht beantragt hatte. Das Gericht urteilte jedoch nach Erwachsenenstrafrecht. Begründung des Richters: „Der Angeklagte war nur drei Monate von dem 21. Lebensjahr entfernt und hat schon zwei Kinder in die Welt gesetzt.“ Deswegen könne das Gericht nicht mehr von einer jugendtypischen Tat ausgehen.

Außerdem stehen für den 20-Jährigen zwei Wochen Arrest wegen Nichterfüllung von Auflagen aus einem vorherigen Urteil an. Beide Angeklagten waren zum Teil einschlägig vorbestraft. Der Jüngere hat auch schon einen Arrest verbüßt.

Das Opfer wurde aus der Untersuchungshaft vorgeführt, wo er wegen mehrfachen Schwarzfahrens einsitzt. Er sei „zum Schuhe kaufen“ nach Enschede gefahren. Die Frage, ob er im Besitz von Marihuana gewesen sei, wollte er aufgrund des gegen ihn anstehenden Verfahrens nicht beantworten.

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