Endspurt nach zehn Jahren
Erweitertes Outlet in Ochtrup startet Ende August

Ochtrup -

Das Fachwerk ist verputzt. Die Giebelhäuschen eine Gasse weiter leuchten in warmen Rot- und Gelbtönen. Dagegen „glänzt“ die Ladenzeile schräg gegenüber noch mit nackten Betonplatten. Doch das Gerüst steht schon, hier rücken die Bauarbeiter als Nächstes an. 150 bis 200 von ihnen tummeln sich zurzeit Tag für Tag auf der Baustelle für die Erweiterung des Euregio-Outlet-Centers (EOC) in Ochtrup. Stets im Blick: der 30. August.

Donnerstag, 14.06.2012, 12:06 Uhr

Endspurt nach zehn Jahren : Erweitertes Outlet in Ochtrup startet Ende August
Bis zum 30. August wird auch das letzte Gerüst abgebaut sein. Dann öffnet das erweiterte Euregio-Outlet-Center in Ochtrup seine Pforten – nach zehn jährigem Kampf durch die gerichtlichen Instanzen. Foto: Anne Eckrodt

Der Eröffnungstag ist das große Ziel, auf das Thomas Dankbar beharrlich, zuweilen auch stoisch hingearbeitet hat. Fast zehn Jahre lang. Denn: Bereits bei der Planung für den ersten Bauabschnitt mit 3500 Quadratmetern Verkaufsfläche war klar, dass das EOC wachsen soll. „Wir haben von Anfang an auf die Erweiterung hingearbeitet und das auch mit der Bezirksregierung abgestimmt“, betont der Geschäftsführer der Hütten Holding, die das Outlet betreibt.

Ein Weg, der durch zahlreiche juristische Instanzen führte. Gab es da mal Zweifel am Erfolg? Dankbar lässt sich Zeit mit der Antwort, ehe er einräumt: „Als 2006 die Untersagungsverfügung der damaligen nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerin Christa Thoben kam, war das ein deutlicher Dämpfer. Wir fühlten uns von der Landesregierung ungerecht behandelt.“

Entwicklung des Euregio-Outlet-Centers

Im Herbst 2003 begannen die Bauarbeiten für die erste Stufe des Euregio-Outlet-Centers (EOC) auf dem Gelände der früheren Textilfabrik Laurenz – in der Stadt, nicht auf der grünen Wiese. Eröffnung der 3500 Quadratmeter großen Verkaufsfläche war im April 2004. Ende 2005 startete das Bauleitverfahren für die Erweiterung auf 11 500 Quadratmeter Verkaufsfläche. Nach einem langen Weg durch die juristischen Instanzen – auch aufgrund des Widerstandes aus der Nachbarstadt Gronau, wo ein eigenes Outlet geplant war – gab es im Frühjahr 2010 das endgültige Okay des Bundesverwaltungsgerichts für den Ausbau.

Postwendend war auch die Baugenehmigung des Kreises Steinfurt da. Dann ging es Schlag auf Schlag. Alte Gebäude wurden abgerissen, der zum Teil unter Denkmalschutz stehende Beltman-Bau entkernt, eine unterirdische Infrastruktur angelegt. Anschließend ging es oberirdisch mit dem Bau der Giebelhäuser im münsterländischen Stil weiter. Durch die Erweiterung steigt die Zahl der Ladenlokale von 16 auf 65, drei Gastronomiebetriebe gibt es künftig. 52 Millionen Euro investierte die Hütten Holding in das EOC, davon alleine 36 Millionen in die Erweiterung.

...

Ans Aufgeben hat er jedoch nie gedacht. Im Gegenteil: Das Schreiben aus Düsseldorf setzt neue Kräfte frei für den Weg bis vor das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig . Und dort gibt es schließlich im Frühjahr 2010 endgültig grünes Licht für die Erweiterung. Zur Eröffnung der dann 11 500 Quadratmeter Verkaufsfläche am 30. August werden 85 Prozent der Ladenlokale vermietet sein. Den Rest hat die Hütten Holding freigehalten – „für weitere große Namen“, wie Dankbar sagt.

Namen sind ihm zwar nicht zu entlocken, wohl aber eine Erklärung: „Diese Firmen warten stets die Eröffnung eines Outlets ab, um sich dann ein Bild zu machen und zu entscheiden, ob sie als Mieter einziehen.“ Ein Prozedere, das ihm keine Sorgen bereitet. Die meisten Outlets starten mit einer Vermietungsquote von 60 bis 70 Prozent.

Apropos Vergleich mit anderen Centern: Dafür zieht Dankbar die Bruttomietfläche heran. Die misst im EOC künftig gut 17 000 Quadratmeter und liegt damit auf Augenhöhe mit dem Outlet Wertheim Village. An der Spitze steht Roermond mit zurzeit rund 28 000 Quadratmetern. 7,9 Millionen Menschen leben im EOC-Einzugsbereich: Sie sind innerhalb von maximal 70 Autominuten im Ochtruper Outlet. Der Betreiber geht davon aus, dass jährlich 2,5 Millionen Besucher den Weg dorthin finden.

Dabei ist Roermond – im Süden – nicht das einzige Konkurrenz-Center. Da wäre im Westen Batavia Stad in der Nähe von Lelystad am Ijsselmeer, im Norden der Ochtum Park bei Bremen und im Osten das Outlet in Wolfsburg. „Sie alle sind erst mit der Zeit gewachsen“, weiß Dankbar.

Ist da jemand gedanklich schon wieder einen Schritt weiter? Diesmal gibt es als Antwort nur ein stummes Lächeln. Platz wäre auf jeden Fall da . . .

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/822247?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F700634%2F1042258%2F
Nachrichten-Ticker