Verhandlung vor dem Amtsgericht
21-Jährige häuft hohe Schulden an

Ochtrup/Rheine Symbolfoto: Thorben Wengert/pixelio.de -

Als notorische Betrügerin entpuppte sich am Montag eine inzwischen 21-jährige Angeklagte aus Ochtrup, die zur Tatzeit juristisch mit 20 Jahren noch als Heranwachsende galt. Wegen der Liebe zog sie nach Ochtrup, wegen Schulden von über 20 000 Euro kehrte sie nach den Taten in ihr Elternhaus nach Lengerich zurück. Das Jugendschöffengericht in Rheine verurteilte die Frau jetzt wegen 14 gewerbsmäßiger Betrügereien, von denen allerdings neun im Versuch steckenblieben, zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr mit Bewährung.

Montag, 13.08.2012, 17:08 Uhr

Als notorische Betrügerin entpuppte sich am Montag eine inzwischen 21-jährige Angeklagte aus Ochtrup , die zur Tatzeit juristisch mit 20 Jahren noch als Heranwachsende galt. Wegen der Liebe zog sie nach Ochtrup, wegen Schulden von über 20 000 Euro kehrte sie nach den Taten in ihr Elternhaus nach Lengerich zurück. Das Jugendschöffengericht in Rheine verurteilte die Frau jetzt wegen 14 gewerbsmäßiger Betrügereien, von denen allerdings neun im Versuch steckenblieben, zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr mit Bewährung. Damit blieb das Gericht drei Monate unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Belastend kam hinzu, dass die Ochtruperin bei den letzten Betrugstaten bereits durch ein Urteil vom Amtsgericht Steinfurt ebenfalls wegen gewerbsmäßigen Betruges unter Bewährung stand. Das Urteil vom 17. Januar 2012 floss in das jetzige Strafmaß ein.

Ihre Masche war immer dieselbe. Sie stellte Waren bei Ebay ins Internet, die sie gar nicht hatte. So verkaufte sie unter anderem Konzertkarten, iPads, Mobiltelefone und eine Küchenmaschine. Das Geld kassierte sie per Überweisung auf ihr Konto, ohne jemals etwas zu verschicken. Dessen war sich die Frau die ganze Zeit über bewusst. „Es fing klein an und endete beim Fernseher und anderen teuren Dingen“, sagte der Jugendgerichtshelfer. Anfangs wurde das Geld für „Pizza, Pommes, Pasta“ ausgegeben, später machte sie davon den Führerschein. „Das Geld sollte die Sinnlehre ihres Lebens ausfüllen“, berichtete der Sozialarbeiter über ihren Werdegang. Er ging davon aus, dass sie in Ochtrup vereinsamte, als ihre Beziehung scheiterte.

Die Angeklagte räumte vor dem Jugendschöffengericht alle Taten ein. Jetzt will sie Wiedergutmachung leisten. Das Jugendschöffengericht legte ihr auf, zur Schuldnerberatung zu gehen und sich aktiv um die Begleichung der Schulden zu kümmern. Dem hatte sie im Vorfeld bereits zugestimmt. Wenn sie ihren jetzigen Arbeitsplatz verliert, muss sie sich sofort um Ersatz bemühen. Auch das ist eine Bewährungsauflage des Jugendschöffengerichts, gegen die sie nicht verstoßen darf – ansonsten könnte die Bewährung widerrufen werden.

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