Reihe KunstZeitRaum
Malen gegen den Strich

Ochtrup -

Man sollte sich Zeit nehmen beim Besuch des KunstZeitRaums im ehemaligen Ihr-Platz-Ladenlokal an der Bahnhofstraße, wo fünf Malerinnen der Künstlergruppe „Vielschichtig“ ihre Werke ausstellen (das Tageblatt berichtete). Die Frauen demonstrieren auf „vielschichtige“ Art das Zusammenspiel von Linie, Fläche, Farbe und Form.

Donnerstag, 27.09.2012, 19:09 Uhr

Reihe KunstZeitRaum : Malen gegen den Strich
Die Farbe Grau hat es Marion Marx (l.) angetan. Grautöne dominieren in ihren Bildern. Stefanie Brinkmann lässt sich in ihren Werken von der Natur inspirieren. Foto: Irmgard Tappe

Birgit Kippelt ist die einzige Ochtruperin in dem Künstlerinnen-Pentagon. „Deshalb habe ich für diese Ausstellung auch ein Ochtruper Motiv gewählt“, bemerkt sie lachend. Die Künstlerin hat sich intensiv mit dem Ochtruper Stüwwenkopp auseinandergesetzt, hat ihn gewissermaßen künstlerisch „auf den Kopp gestellt“. Aus unterschiedlichen Perspektiven und zu unterschiedlichen Tageszeiten hat sie den Stüwwenkopp interpretiert und ab­strahiert. Jede Variante dieses Türmchens auf dem Westwall erzeugt eine andere Stimmung.

Dass selbst die Linie in der Kunst viele Gesichter haben kann, zeigen die vorwiegend abstrakten Bilder der Dortmunder Künstlerin Elke Emmert . Mal kommt die Linie offen und direkt daher, dann wieder ist sie nur unter mehreren Farbschichten erahnbar. Oder sie tritt in Form von Farb- und Kratzspuren auf. „Ich arbeite auch gern Papierfetzen, Textilien und andere Fundstücke ein. Das verleiht den Bildern dann eine eigene Dynamik“, erzählt Emmert.

In Susanne Beringers Bildern spielt die Linie ebenfalls eine tragende Rolle. Linien sind für die Dortmunderin Informations-, Erkundungs- und Bewegungsspur zugleich. Spürbare Gegensätze wie Ruhe und Bewegung, Spannung und Entspannung, Charakter und Rhythmus versucht sie räumlich darzustellen, wenn sie ihre Bilder Schicht um Schicht aufbaut. „Um den Dingen auf den Grund zu gehen“, sagt sie, „kratze ich mitunter auch an der Oberfläche.“ Es ist ihr künstlerisches Vorgehen, um das Tieferliegende freizulegen.

Stefanie Brinkmann unternimmt gern Reisen und lässt sich dabei von den unterschiedlichen Landschaften der Natur inspirieren. Wer allerdings hinter den Werken der Essener Künstlerin detaillierte Landschaftsabbildungen vermutet, der irrt. Es sind die Farben und Formen der Natur, die in ihrem Kopf arbeiten, bevor sie zu malen beginnt. „Präzise Vorstellungen vom fertigen Werk habe ich dann noch keine. Das entwickelt sich beim Tun“, bemerkt die Künstlerin. Sie betrachtet den Schaffensprozess als Spiel mit Farben, Formen und Materialien. Mal wischt, rollt oder druckt sie die Farben auf die Leinwand, dann wieder trägt sie eine Schicht mit Schaber, Spachtel oder Pinsel auf.

Marion Marx hatte im Laufe ihres künstlerischen Schaffens alle Möglichkeiten der Farbkontraste ausgeschöpft. Ihr Geist und ihr Auge suchten etwas Monochromes. „Das fand ich in der Farbe Grau. Eine spannende Farbe, die mir immer wieder neue Impulse gibt“, sagt die Lengericherin. Seit drei Jahren setzt sie sich nun schon künstlerisch mit der grauen Thematik auseinander. „Und ich bin noch lange nicht mit meinem Grau am Ende“, bemerkt sie schmunzelnd. Fest steht, dass Marion Marx mit ihren Bildern einen Gegenakzent zu all den tristen Assoziationen setzt, die viele Menschen mit der Farbe verbinden.

Die KunstZeitRäume in fünf Ladenlokalen sowie die Galerie „Kuns(t)räume“ (Kniepenkamp) und das Pushpinstudio (Professor-Gärtner-Str.) haben bis 4. November (Sonntag) folgende Öffnungszeiten: freitags und samstags 14 bis 18 Uhr und am verkaufsoffenen Pottbäckersonntag 12 bis 18 Uhr.

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