„Büchertrubel“ in der Villa Winkel
Wo Komplexe fehl am Platz sind

Ochtrup -

Ein wenig von dem Trubel, der im FOC herrscht, hätte der Donnerstagabend in der Villa Winkel verdient gehabt. „Büchertrubel“ hatten sich Volkshochschule und Buchhandlung Steffers in Person von Bernd Klävers und Markus Bünseler als Titel für eine unterhaltsame Veranstaltung ausgedacht. Natürlich ging es um Bücher – und auch wieder nicht nur.

Freitag, 05.10.2012, 18:10 Uhr

„Büchertrubel“ in der Villa Winkel : Wo Komplexe fehl am Platz sind
Brach mehr als eine Lanze für die regionale Kultur: Johannes Loy (r.), Feuilleton-Chef unserer Zeitung, im Gespräch mit Markus Bünseler. Foto: Martin Fahlbusch

Das machte die erste Gesprächsrunde mit dem Leiter des Feuilleton-Ressorts unserer Zeitung, Johannes Loy , deutlich. Im Gegensatz zu der Titelgeschichte der Freitag-Ausgabe des Tageblatts, die da hieß „Keiner spricht für das Münsterland “, strafte er die eigene Überschrift Lügen. Denn Loy brach mehr als eine Lanze für die Region der Parklandschaften und deren kulturelle Seiten: „Das Münsterland hat allen Grund, seine Minderwertigkeitskomplexe in Sachen Kultur abzulegen.“ Er setzte auf die Wechselwirkung der „Provinzialhauptstadt“ und der sie umgebenden Region. „Wenn der Rotstift am Dreispartentheater in Münster herumkritzelt, dann ist das auch fatal für das Münsterland.“ Kultur in der Region sei kein Selbstzweck, der sich nicht im Sprengeldenken behindern dürfe, so Loy weiter. Sie müsse vielmehr authentisch sein, auf Qualität setzen und Brücken bauen. Das griff Bünseler als wendiger Moderator auf und gab dem Redakteur mit, für die täglichen Kulturinformationen in allen Zeitungsausgaben und die Nachbarschaftsberichterstattung heftig Sorge zu tragen.

Gut umsorgt war die Zuhörerschar von dem musikalischen „Spontan-Duo“ Sonja Kintrup (Saxofon) und Günter Baller (Klavier), das Jazz- und Pop-Perlen zwischen die Wortbeiträge streute, augenzwinkernde Sticheleien wie den „Traum aller Buchhändler“ (Baller) – „If I could write a book“ – eingeschlossen.

Einen, der es allemal kann, lernte das Publikum mit Matthias Engels und seinen Krimi- sowie Lyrikwerken kennen. Gleiches galt für ein bürgermeisterliches Dreierpack mit überraschenden Leseauftritten. Als Lektoren glänzten Peter Amadeus Schneider (Nottuln) mit Kurt Kusenberg, Helmut Brüning (Metelen) mit Alphonse Daudet und Kai Hutzenlaub (Ochtrup) mit Loriot. Wer nicht dabei war, hat ein warmherzig-kundiges Plädoyer von Laura Muhle für den buchpreis-verdächtigen Roman „Nichts Weißes“ von Ulf Erdmann Ziegler verpasst. Entgangen ist denjenigen auch eine frisch werbende Tanja Konermann, die vom Projekt „Jedem Kind seine Stimme“ in der Von-Galen-Schule“ berichtete und ein herrliches Bilder-, Erzähl- und Malbuch zu Mozarts Zauberflöte präsentierte.

Alle, die nicht da waren, haben einen tollen Trubel verpasst. Aber Bünseler und VHS-Direktor Bernd Klävers haben Steherqualitäten und planen bereits eine Neuauflage der Veranstaltung. Tipp: Dabei sein!

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1185698?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F700634%2F1785438%2F
Fuß- und Radweg entlang des Kanals bei Regen nicht benutzbar
Die Westseite des Kanalufers ist als Radweg zwischen Münster und Hiltrup ideal
Nachrichten-Ticker