„Offenes Bücherregal“
„Auf die war ich schon lange scharf“

Ochtrup -

Die Idee ist schräg. Selbiges gilt für ihre Umsetzung. Das schiefe Regal vor der Bücherei St. Lamberti bietet kostenlos Bücher feil – für Jedermann, rund um die Uhr. Zugleich lädt es zur Bücherspende ein: Wer ein Werk entbehren kann, darf es dazustellen.

Freitag, 07.12.2012, 05:12 Uhr

„Offenes Bücherregal“ : „Auf die war ich schon lange scharf“
Dank Schräglage ist das „Offene Bücherregal“ vor der Bücherei St. Lamberti ein echter Hingucker. Finanziert hat es die Stadt, hier vertreten von Wirtschaftsförderer Robert Tausewald an der Hinter- und Bürgermeister Kai Hutzenlaub an der Vorderseite (r.). Bücherei-Leiter Olaf Lewejohann sieht dann und wann nach dem Rechten. Foto: Katharina Fiegl

Was anmutet wie ein Heile-Welt-Szenario hat sich insbesondere in den vergangenen fünf Jahren vielerorts im Bundesgebiet etabliert. Die FDP hatte Anfang des vergangenen Jahres den Antrag gestellt, ein solches „Offenes Bücherregal “ einzurichten. Der passierte erst den Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Kultur, dann den Rat. Und seit nunmehr vier Wochen zieht das schiefe Stahlblechkonstrukt die Blicke auf sich. Die Verantwortlichen haben inzwischen zudem noch einen zweiten Vorteil festgestellt: Dank der Schräglage reihen sich die eingestellten Werke sauber aneinander und drohen nicht umzukippen.

Bücherei-Leiter Olaf Lewejohann schaut beim neuen Möbelstück dann und wann nach dem Rechten. Zwischenfälle aber hat es bislang noch nicht gegeben. „Und Sturm, Regen und Schnee konnten auch keinen Schaden anrichten“, stellt Bürgermeister Kai Hutzenlaub zufrieden fest. Ihm schwebt vor, dass die Stadt das Regal „in ein paar Jahren nicht wegen Vandalismus, sondern wegen Abnutzung austauschen muss“.

Dass dieser Wunsch in Erfüllung gehen könnte, zeigte sich bereits in den ersten vier Wochen: Mit 20 aussortierten Büchereibüchern hatte Lewejohann den Anfang gemacht. Mittlerweile füllen an die Hundert Romane, Sach- und Kinderbücher die Bretter. Wenngleich Lewejohann eingesteht, für sich selbst auch schon zwei Spenden stibitzt zu haben: „Auf die war ich schon lange scharf – ‚Herr Lehmann‘ und ein Asterix-Heft, das in meiner Sammlung fehlte.“

Kai Hutzenlaub kommt indes eine Idee: „Für die, die an Heiligabend die Familie satt haben, gibt‘s jetzt eine neue Chance. Sie können sagen ‚Ich gehe noch mal eben ein Buch holen.‘ Zigaretten rauchen ja nicht mehr allzu viele – der Trend geht eindeutig zum Buch.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1330738?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F700634%2F1785140%2F
Frau fühlt sich von Polizei im Stich gelassen
Mit dem so genannten Enkeltrick wollte ein Anrufer bei einer 65-jährigen Frau aus Beckum 20 000 Euro erbeuten.
Nachrichten-Ticker