Musical „Arche Noah“
Eine Stimme für Gott

Ochtrup -

Sonntagmorgen in der Gaststätte Brinckwirth in Ochtrup. Ein paar Unentwegte, die vor der Theke und draußen vor der Tür stehen, wirken eher angespannt. Im Saal sind Klavier, Playback-Anlage und Kamera schon aufgebaut. Casting-Zeit: – es werden Darsteller gesucht für das Musicalprojekt „Arche Noah“.

Montag, 08.07.2013, 16:07 Uhr

Die gute Nachricht vorweg: Gott singt auch mit. Irgendwie nicht verwunderlich in einem Musical, in dem es um die Arche Noah gehen wird. „Das Wasser kommt“ hat der Gronauer Musiker und Chorleiter Andreas Pauk sein Projekt genannt. Musik und Text sind so gut wie fertig. Jetzt fehlen noch die Akteure. Und dafür heißt das moderne Zauberwort Casting , früher eher Vorsingen.

Sonntagmorgen in der Gaststätte Brinckwirth in Ochtrup . Ein paar Unentwegte, die vor der Theke und draußen vor der Tür stehen, wirken eher angespannt. Im Saal sind Klavier, Playback-Anlage und Kamera schon aufgebaut. Bevor Andreas Pauk zu dem Trüppchen tritt, spricht er sich noch kurz mit seinen Co-Juroren Oliver Thegelkamp und Marc Löbbering ab. Die Marschrichtung heißt motivieren. Aber die Herren wissen, was sie suchen. Und nicht nur den passenden Sänger für die Rolle von Gott. Der Erste hat sein eigenes Playback dabei, hätte sich für sein Duett nur eine Frau gewünscht. „Der Olly hätte doch prima das Mädel mimen können“, stichelt Marc Löbbering in die Richtung von Oliver Thegel-kamp. Gelächter. Das hilft auch dem Sänger.

Was von der Jurorenbank kommt, ist klar und nachvollziehbar, in jedem Falle fair. Mit Probenplan und Musicalschema verlässt der Kandidat durchaus zufrieden den Saal. Elf weitere potenzielle Akteure warten noch vor der Tür. Die musikalische Dreierbande lässt sich Zeit. „Hier soll jeder seine Chance haben, und Lampenfieber gehört zum Handwerk“, so Andreas Pauk schmunzelnd. Erstaunlich mutig und durchweg realistisch in der Selbsteinschätzung ist die nächste Kandidatin. „Manchmal muss man auch etwas graben“, weiß Marc Löbbering. Unmittelbar zuvor hatte er eine junge Bewerberin aufgefordert, nicht nur das Vorbereitete vorzustellen, sondern „aus dem Stand“ etwas zu singen. Mit Erfolg. Natürlich gehöre Mut sowie Selbstsicherheit dazu, sich auf ein solches Casting einzulassen, weiß Oliver Thegelkamp. Aber bei allen sei spürbar, dass sie Spaß an der Herausforderung haben.

Nicht alles läuft so, wie sich die eine oder der andere das vorgestellt hat. Zwischen 14 und über 60 Jahre alt sind die Bewerber. Der Gesang hat sie alle gefangen. Nach über drei Stunden wissen nicht nur die Juroren: „Da ist überall noch Luft nach oben drin. Wir wollen etwas qualitativ Anspruchsvolles auf die Beine stellen. Deshalb beschönigen wir auch nichts“, macht Andreas Pauk deutlich.

Natürlich ist nach diesem Casting nicht alles in trockenen Tüchern. Irgendwie gehört auch Gottvertrauen dazu. Aber der singt ja schließlich mit . . .

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