Zum Anhalten gezwungen
Geldstrafen für zwei Ochtruper

Ochtrup/Gronau/Rheine -

Zwei 20 und 23 Jahre alte Männer aus Ochtrup wurden am Montag vor dem Jugendschöffengericht in Rheine wegen Nötigung, Beleidigung und Bedrohung zu Geldstrafen verurteilt. Sie hatten einen Rentner aus Gronau nach einem Fahrfehler unter Druck gesetzt und bedroht.

Montag, 26.08.2013, 18:08 Uhr

Weil sie am Heiligabend 2012 in Gronau hitzig auf den Fahrfehler eines älteren Mannes reagierten und ihn unter Druck setzten, mussten sich am Montag zwei junge Männer aus Ochtrup im Alter von 20 und 23 Jahren vor dem Jugendschöffengericht in Rheine wegen Nötigung, Beleidigung und Bedrohung verantworten. Am Ende kamen sie mit Geldstrafen in Höhe von 3600 beziehungsweise 1800 Euro davon.

Die Staatsanwaltschaft legte den beiden Angeklagten zur Last, im Kreisverkehr in Gronau auf den Pkw eines Gronauer Ehepaares dicht aufgefahren zu sein und ihn auf der Ochtruper Straße überholt und ausgebremst zu haben. Der 20-Jährige soll im Anschluss ausgestiegen und, so die Aussage der Rentnerin, in „bedrohlicher Haltung“ auf das Fahrzeug des Ehepaares zugegangen sein. Der Gronauer sagte aus, dass er beim Verlassen des Kreisverkehrs im Rückspiegel geblendet worden sei. Reflexartig habe er gebremst. Im selben Augenblick sei das Fahrzeug an ihm vorbeigefahren, hätte sich vor ihn gesetzt und ihn zum Anhalten gezwungen. Unter Tränen schilderte seine Frau am Montag die Situation und warf den Angeklagten vor: „Was die Jungs gemacht haben, das müsste man mal mit Ihrer Mutter machen“. Für sie sei es „der Schock ihres Lebens“ gewesen, als sie allein mit den Angeklagten auf der Ochtruper Straße gestanden hätten und diese auf ihr Auto zukamen. Ihr Mann setzte schließlich zurück und fuhr rechts am Pkw der Angeklagten vorbei. Er steuerte direkt die Polizeiwache an. Die Ochtruper folgten ihm. Aus Angst stieg der 60-Jährige an der Wache aus, um zu klingeln. „Es war Heiligabend, kein Mensch auf der Straße. Ich bin herzkrank, das hätte mein letztes Weihnachtsfest sein können“, beschrieb er die Situation. Die beiden Angeklagten verließen ebenfalls ihr Auto und versuchten den Rentner vom Klingeln abzuhalten. Es kam zu einem Gerangel. Daraufhin stieg die Ehefrau aus dem Fahrzeug und klingelte bei der Polizei. „Wenn Du uns anzeigst, schlage ich Dich tot“, soll der Ältere zu ihrem Mann gesagt haben. Erst auf der Wache wurde das Paar beruhigt. Sie erstatteten Anzeige.

Bei der Verhandlung am Montag wurde die erste Nötigung am Kreisverkehr eingestellt, weil Fragen offen blieben. Grundsätzlich hatten Staatsanwaltschaft und Jugendschöffengericht jedoch keinerlei Zweifel an den Aussagen der Zeugen. Die Angeklagten zeigten weder Einsicht noch Reue.

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