Angebote für Hausnotrufsystem
Unaufgeforderter Anruf verunsichert Ochtruper Seniorin

Ochtrup -

Nachdem sie einen unaufgeforderten Anruf von der Deutschen Gesellschaft für Seniorenberatung, die für ein Hausnotrufsystem warb, erhalten hatte, zeigte sich eine 83-jährige Ochtruperin beunruhigt. Verbraucherschützer bezeichnen solche Anrufe bei älteren Menschen als „unseriös“.

Samstag, 07.09.2013, 14:09 Uhr

„Woher haben die nur meine Telefonnummer?“, wunderte sich eine 83-jährige Ochtruperin kürzlich. Die Deutsche Gesellschaft für Seniorenberatung (DGS) hatte bei ihr angerufen. Dabei ging es um eine Terminvereinbarung für ein kostenfreies Beratungsgespräch. Einige Tage später erhielt die Seniorin die schriftliche Besuchsankündigung. Die alte Dame war skeptisch, informierte ihre Nichte, und diese wiederum wandte sich an unsere Zeitung.

Auf die Frage nach der Kenntnis der Telefonnummer ging die Vertreterin der DGS nicht näher ein. „Bei unseren Hausbesuchen handelt es sich um kostenlose Beratungsgespräche. Deshalb haben wir eine Sondererlaubnis“, erklärte sie nur lapidar.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand das Hausnotrufsystem . Die Seniorenberaterin wies auf dessen Vorteile hin. Sie stellte der 83-Jährigen ein Modell vor, das monatlich rund 40 Euro kostet, sofern keine Pflegestufe vorliegt. Die Frage, ob sie sich als Maklerin verstehe, wies die DGS-Mitarbeiterin zurück. „Ich berate die Senioren und sehe mich in einer Vermittlerfunktion“, umschrieb sie ihre Tätigkeit.

Es war zwar erkennbar, dass sie an der Vermittlung eines Hausnotrufsystems interessiert war. Doch sie ging dabei weder aufdringlich noch aggressiv vor. „Wir beraten bundesweit kostenlos und bemühen uns, mehr Partner in den einzelnen Kommunen zu finden“, beschrieb sie die Avancen der Gesellschaft. Zurzeit sei sie in Ochtrup und Metelen für den Malteser Hilfsdienst (MHD) unterwegs, mit dem es entsprechende Vereinbarungen gebe.

Letzteres bestätigte Heike Adamczykvom MHD Ochtrup auf Anfrage. In der Initiative der DGS sieht sie eine zusätzliche Maßnahme, Menschen frühzeitig auf die Möglichkeiten des Hausnotrufs hinzuweisen. Nicht mehr und nicht weniger. „Wir beraten selber auch kostenlos. Aber oft treten die Betroffenen erst an uns heran, wenn schon etwas passiert ist“, so die MHD-Mitarbeiterin. Die Skepsis einiger Senioren begrüßt Heike Adamczyk sehr. „Es ist gut, wenn die Leute so wachsam sind“, betont sie. Unseriöse Haustürgeschäfte seien natürlich nicht im Sinne des MHD und die habe sie beim Gespräch mit der DGS-Beraterin auch nicht erkannt.

Beim Caritasverband Steinfurt und dem Pflegedienst Leusbrock ist die DGS-Seniorenberatungsgesellschaft nicht bekannt, wie eine Nachfrage unserer Zeitung ergab. „Die Betroffenen oder deren Angehörige treten direkt an uns heran. Daraufhin führen wir auf Wunsch entsprechende kostenlose Beratungsgespräche durch. Wir stellen ihnen Hausnotrufmodelle von verschiedenen Herstellern in unterschiedlichen Preislagen ab 17 Euro monatlich vor“, schildert Christine Leusbrock den Informationsablauf in ihrem Haus. Ähnliche Summen nannten auch andere Pflegedienste, die vor Ort Angebote dieser Art machen.

Der Verbraucherzentrale in Rheine ist die DGS-Seniorenberatung ebenfalls nicht bekannt. Die unaufgeforderten Anrufe bei den älteren Menschen bezeichnete Mitarbeiterin Ingrid Waltring aber als „unseriös“. Das Vorgehen entspräche einem unlauteren Wettbewerb. „Verbraucher dürfen nicht angerufen werden, wenn sie dazu keine Einwilligung erteilt haben“, macht Ingrid Waltring deutlich.

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