„Ein wunderbares Raumgefühl“
Pfarrer Josef Wichmann schwärmt von der renovierten Stiftskirche

ochtrup -

Josef Wichmann ist begeistert. „Ein wunderbares Raumgefühl“, schwärmt der Geistliche von der frisch renovierten Stiftskirche St. Johannes Baptist in Langenhorst. Am Sonntag (29. September) haben die Gläubigen Gelegenheit, sich selbst ein Bild zu machen.

Mittwoch, 25.09.2013, 08:09 Uhr

Geschafft. Bis auf ein paar Feinheiten sind die Renovierungsarbeiten der Stiftskirche von St. Johannes Baptist abgeschlossen. Fünf Monate zogen ins Land, seit die Handwerker anrückten. „Eigentlich wollten wir mit der Sanierung bereits Ende August fertig sein. Aber die Kirche ist innen und außen ein denkmalgeschütztes Gebäude. Da mussten wir alle Maßnahmen nicht nur mit dem Bistum, sondern auch mit dem Landesdenkmalamt abstimmen. Und da kam es immer wieder mal zu Verzögerungen“, erklärt Pastor Josef Wichmann .

Der Pfarrer von St. Lambertus freut sich schon auf Sonntag (29. September), wenn er um 10 Uhr mit der Gemeinde das erste Hochamt in dem frisch renovierten Gotteshaus feiern wird. Ganz ohne Bänke. „Es ist ein wunderbares Raumgefühl , die Kirche so leer zu erleben. Das sollten sich die Gemeindemitglieder nicht entgehen lassen“, betont Wichmann. Dabei richtet sich sein Blick auf die Formenvielfalt der Säulen. Natürlich muss am Sonntag kein Kirchenbesucher während des Gottesdienstes durchweg stehen. „Jeder kann seine eigene Sitzgelegenheit von zu Hause mitbringen. Egal ob Rollator, Klappstuhl, Gymnastikball oder meinetwegen auch den Fernsehsessel. Alles ist erlaubt“, macht Wichmann schmunzelnd „Sitzmöbelvorschläge“.

Einige Tage vor der Wiedereröffnung inspizieren der Geistliche und Theo Intfeld vom Kirchenvorstand die frisch renovierte Stiftskirche. Die Morgensonne schickt ihre Strahlen durch die Seitenfenster und taucht das Gebäudeinnere in ein faszinierendes Licht. Der Raum wirkt durch die neuen Bodenfliesen aus Baumberger Sandstein weitaus heller als vor der Sanierung. Aus dem gleichen Material sind auch Altar und Ambo, die den Farbton des Fußbodens aufgreifen.

Und noch mehr optische Veränderungen hat die Renovierung mit sich gebracht. So wurde der Altarbereich um eine Stufe abgesenkt und zwei Meter ins Innere der Kirche vorgerückt. Der Taufbrunnen ist ebenfalls um eine Gewölbelänge nach vorn versetzt worden. „Jetzt kann die Taufgemeinschaft sich darum versammeln“, nennt Wichmann einen Vorteil.

Die Chorstühle werden künftig nicht mehr im Altarraum, sondern an der Rückwand hinter dem Taufbrunnen stehen. Dafür nimmt der alte Tabernakel, der seit der letzten Kirchensanierung auf der Orgelempore schlummerte, nach abgeschlossener Renovierung wieder seinen Platz am Hochaltar ein.

Ein wesentlicher Aspekt der Kirchenrenovierung ist die Erneuerung der Heizungsanlage. „Das war dringend erforderlich. Rund 40 Prozent der Heizkreise waren defekt. Zudem verschlang die alte Elektroanlage gewaltige Energiekosten. Das war auf Dauer nicht tragbar“, bekräftigt Intfeld.

Die Technik der Fußbodenheizung ist in der ehemaligen Stiftskammer untergebracht. Wichmann bedauert, dass die sakralen Gegenstände dort künftig nicht mehr ausgestellt werden können, weil der Raum die klimatischen Bedingungen nicht erfüllt. „Sämtliche Kunstschätze“, so der Pfarrer, „waren vom Schimmelpilz befallen und mussten restauriert werden. Das führte zu Kosten, die nicht eingeplant waren.“ Aufgrund der unabänderlichen Feuchtigkeit der Stiftskammer werden die Kirchenschätze in der Domkammer in Münster bleiben, bis ein geeigneter Raum gefunden ist. „Aber keine Sorge, alles bleibt Eigentum der Kirche St. Johannes Baptist. Wir haben jeden sakralen Gegenstand fotografiert und dokumentiert“, betont Wichmann.

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Nachdem die Gemeinde am Sonntag um 10 Uhr ihren Einstimmungsgottesdienst gefeiert hat, werden freiwillige Helfer der Lan-genhorster Vereine und der Feuerwehr in der ersten Oktoberwoche die Kirchenbänke wieder einbauen. Die offizielle Altarweihe durch Weihbischof Dr. Christoph Hegge ist am 20. Oktober (Sonntag) um 10 Uhr in einem Festhochamt.

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