Keine Bewährung
Ochtruper muss wegen sexuellen Missbrauchs ins Gefängnis

Ochtrup/Rheine -

Weil er seine Stieftochter über mehrere Jahre sexuell missbraucht haben soll, ist ein 44-jähriger Ochtruper am Mittwoch vor dem Jugendschöffengericht in Rheine zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Mann bestritt die Taten.

Mittwoch, 11.12.2013, 17:12 Uhr

Für zwei Jahre und drei Monate muss ein 44-jähriger Mann aus Ochtrup ins Gefängnis, weil er nach Überzeugung des Jugendschöffengerichts in Rheine seine Stieftochter zwischen ihrem 13. und 17. Lebensjahr in drei oder vier Fällen sexuell missbraucht und dabei seine Vertrauensrolle ausgenutzt hat. Obwohl der Angeklagte nicht vorbestraft war, sah das Gericht keine Möglichkeit einer Bewährung , „weil Sie das Leben des Mädchens nachhaltig mit Ihren Taten geprägt haben“, verdeutlichte der Richter. Laut Anklage beging der Ochtruper, der bis zum Schluss alle Übergriffe bestritt, seit 2007 sexuelle Annäherungen. Diese sollen sich im Laufe der Zeit gesteigert haben, wie es die psychologische Sachverständige ausdrückte. Sie fertigte ein Glaubwürdigkeitsgutachten der Geschädigten an. „Ich habe keine Zweifel an der Glaubhaftigkeit des Mädchens“, sagte sie. Die inzwischen 18-Jährige habe die Taten detailreich und realistisch geschildert, sei sich aber bei der zeitlichen Zuordnung unsicher gewesen. Das Mädchen habe wenig Gegenwehr geleistet. Mehrfach hätte sie betont: „Ich dachte, wenn ich Papa zu ihm sage, hört er damit auf.“ Der Angeklagte hatte zuvor erwähnt, dass seine Stieftochter ihn im Laufe der Jahre „Papa“ genannt habe. Seit sie im Sommer 2010 einen Freund hatte, sei das Verhältnis zum Stiefvater angespannt gewesen. Laut Anklage passierten die sexuellen Übergriffe zwischen Sommer 2007 und Ende 2010, wobei das letzte Weihnachtsfest, bei dem der Mann seine Stieftochter von hinten umarmt und an der Brust berührt habe, besonders im Gedächtnis des Opfers haftete. Aus Angst, die Familie zu zerstören, habe sie lange geschwiegen. Der Angeklagte hätte dem Mädchen mit einem Geständnis eine Aussage vor Gericht ersparen können, was bei der Urteilsfindung zu seinen Lasten ging.

Welche Anträge die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung stellten, blieb offen. Denn die Öffentlichkeit muss nach einem neuen Gesetz ausgeschlossen werden, wenn sie dies bereits zuvor teilweise wurde. In diesem Fall geschah dies bei der Anhörung des 18-jährigen Opfers.

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