Workshop während der „Grünen Woche“
Landwirt Thomas Ostendorf setzt auf Dialog

Ochtrup -

Eine Vorreiterrolle in Sachen Öffentlichkeitsarbeit nimmt Thomas Ostendorf unter Ochtrups Landwirten schon länger ein. Doch besser geht es immer noch. Deshalb bildete sich der LOV-Vorsitzende jetzt auf der „Grünen Woche“ in Berlin fort. Ein Ergebnis: Seit zwei Tagen twittert Ostendorf.

Dienstag, 21.01.2014, 08:01 Uhr

Zugegeben, für die Erkenntnis, dass das Internet niemals schläft, wäre die Reise nach Berlin nicht erforderlich gewesen. Das hätte Thomas Ostendorf auch auf seinem Hof in der Wester-Bauerschaft feststellen können. Dennoch war der Besuch der „Grünen Woche “ für den Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes (LOV) Ochtrup lohnenswert. Und er ist nicht ohne Folgen geblieben. „Seit zwei Tagen bin ich bei Twitter “, berichtet der 37-Jährige unmittelbar nach seiner Rückkehr aus der Bundeshauptstadt.

Dort hat er sich in zwei Workshops nicht nur intensiv mit dem Kurznachrichtendienst, sondern generell mit den Themen soziale Medien und Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt. „Ich bin im entsprechenden Arbeitskreis des WLV-Kreisverbandes aktiv und war zusammen mit Kollegen in Berlin“, so Ostendorf. Seine Erkenntnis aus zahlreichen Gesprächen mit Fachleuten: „Bei Facebook, Twitter und Co. hat die Landwirtschaft enormen Nachholbedarf. Dort sind unsere Kritiker Meinungsbildner.“ Das soll sich ändern. Im Februar gibt es im Grünen Zentrum in Saerbeck eine Schulung für Landwirte zum Thema Öffentlichkeitsarbeit und Umgang mit Medien.

Dass es dabei vor allem auf den Dialog ankommt, ist für Ostendorf nichts Neues. Den lebt er in seinem Betrieb seit Jahren und setzt damit eine Familientradition fort. „Meine Eltern haben schon vor 30 Jahren Schulklassen auf den Hof geholt“, erzählt der LOV-Vorsitzende. Für ihn ist es wichtig, die Menschen bei dem, was die Landwirte tun, mitzunehmen. „Da heißt Dialog auch, kritisch mit sich selbst umzugehen. Einige Kollegen haben das bereits verstanden, anderswo müssen wir noch dicke Bretter bohren“, ist sich Ostendorf bewusst, dass dieser Weg kein leichter sein wird.

Nach dem Motto „Unwissenheit ist unser größter Feind“ gewährt der staatlich geprüfte Landwirt allen Interessierten Einblick in seinen Betrieb – von der Kindergartengruppe bis zum Kegelclub. Da kommt es schon mal vor, dass er einen Trupp Radfahrer an der Hofeinfahrt anspricht und spontan hereinbittet. Ein Blick in seinen Ferkelstall ist ohnehin jederzeit möglich – durch ein eigens eingebautes Schaufenster. Und wer mit seinem Smartphone den QR-Code auf der Infotafel an der Zufahrt scannt, gelangt direkt auf die Internetseite der Familie.

Ostendorf ist sich seiner Vorreiterrolle in punkto Öffentlichkeitsarbeit bewusst. Er mache das gerne, obwohl er von einigen Kollegen schon mal Schelte kassiert – verbunden mit dem Vorwurf, er wolle sich wichtig machen. „Wir müssen einfach agieren, nicht reagieren, selbst wenn es an einigen Stellen weh tut.“ Ab sofort auch auf Twitter.

 

Zum Thema

Wer sich für einen Besuch auf dem Hof Ostendorf, Wester 104, interessiert, sollte sich telefonisch unter 02553/721166 oder per E-Mail an t.ostendorf@t-online.de anmelden.

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