ISG-Diskussion zum Thema Innenstadt-Pflaster
Mitsprache beim „Farbenurteil“

Ochtrup -

Grau oder Sandsteinfarben? So lautete beim Meinungsaustausch der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) am Samstagmorgen in der Gaststätte „Alt Ochtrup“ die Frage aller Fragen. Ging es doch um das künftige Bild der Innenstadt – genauer die Pflasterung. Viele Teilnehmer forderten mehr öffentliches Mitspracherecht in dieser Frage.

Sonntag, 16.02.2014, 17:02 Uhr

Norbert Bierbaum-Hillejan, Sprecher der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) war am Samstagmorgen in seinem Element. Ging es doch um das künftige Bild der Innenstadt. Thema des Meinungsaustauschs in der Gaststätte „Alt Ochtrup “ war die Farbe der Innenstadtpflasterung. Grau oder Sandsteinfarben? So lautete die Frage aller Fragen. Triste Grautöne, das stellte Bierbaum-Hillejan klipp und klar heraus, die könne er sich nicht vorstellen in Ochtrups Innenstadt. „Wir wollen nicht im Grau ertrinken. Wir wollen ein helles und freundliches Stadtbild“, betonte er.

Damit geht Bierbaum-Hillejan auf Konfrontationskurs mit dem Rat. „Der Architekt hat die graue Variante favorisiert. Für die Ratsmitglieder war es schwierig, sich dieser qualifizierten Meinung zu entziehen“, begründete Hermann Holtmann die Tendenz, die die Gemüter der Anwesenden aufrüttelte. Martin Grave bemängelte, dass die Bürgerbeteiligung seitens des Rates abgeblockt worden sei. Das öffentliche Interesse sei jedoch groß, das hätten Gespräche am Stand der Freien Wähler auf dem Wochenmarkt gezeigt. „Wir waren überrascht von dem Zulauf. Und es herrschte die einhellige Meinung, dass die Bürger keine nüchterne Industriekultur wollen. 80 Prozent sprachen sich für die sandsteinfarbene Pflasterung aus“, berichtete Grave.

Interessiert waren die Bürger im „Alt Ochtrup“ auch an Paul Dankbars Erläuterungen zur Pflasterung auf dem FOC-Gelände. Mit der Komposition „beige mit dunkelgrauen Kontrasten untermalt“ habe man gute Erfahrungen gemacht, erklärte Dankbar. Kontraste – das war ein wichtiges Stichwort. „Die sind entscheidend, um die Stadt nicht tot zu pflastern“, bemerkte ein Bürger und erntete Zustimmung. Klar, ein einsames Sandsteinfarben könnte genauso langweilig wirken wie tristes Grau in Grau.

„Man könnte eine ähnliche Farbkomponente wie am FOC wählen und so eine Achse zwischen Innenstadt und FOC schaffen“, schlug Johannes Bierbaum vor. Ein anderer Bürger gab zu bedenken, dass die Innenstadtpflasterung Belastungen durch mäßigen Schwerverkehr standhalten müsse, was am FOC nicht der Fall sei.

Thomas Büchler indes forderte: „Es sollte ein neutraler Boden sein, damit die Fassaden der Häuser besser herauskommen“, und plädierte für die graue Version. „Wir brauchen einen Verlegeplan und Musterflächen, die beide Möglichkeiten veranschaulichen“, hieß es im Laufe der weiteren Diskussion aus den Reihen der Anwesenden, die die Ratsentscheidung bis dahin zurückgestellt haben möchten. Aber würde das nicht die Baumaßnahmen verzögern? „Man kann die Bürger nicht bis ins letzte Detail abstimmen lassen“, hakte Franz Ruhwinkel ein. Falls die Ratsmehrheit sich für die sandsteinfarbene Pflasterung entscheide, könne ja mit dem Konzept fortgefahren werden. Denn gegen das Konzept hatte auch die ISG keine Einwände.

Ein weiterer Streitpunkt waren die Entwürfe für die Beleuchtung. „Die Lampen taugen nicht. Sie werfen Schlagschatten und leuchten den Anwohnern ins Zimmer“, gab Bierbaum-Hillejan zu bedenken. In einem Antrag an den Rat will die ISG die Forderung nach einer bei Dunkelheit durchgeführten technischen Überprüfung der Lampen stellen. Und natürlich will man in dem Antrag den Tenor „pro sandsteinfarbene Pflasterung“ ansprechen – noch bevor die Ratsmitglieder am 20. Februar (Donnerstag) das endgültige „Farbenurteil“ fällen.

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