Autor und Verhaltenstherapeut Otto Pötter zu Gast in der Villa Winkel
Innere Zufriedenheit macht stark

Ochtrup -

Vieles lässt sich in plattdeutscher Mundart wirkungsvoller formulieren als in hochdeutscher Sprache. Ohne Umschweife werden die Dinge beim Namen genannt, ohne den anderen mit Worten zu kränken. Diese charmante und vertrauensvolle Mundart beherrscht Otto Pötter – und unterhält damit vortrefflich.

Dienstag, 11.03.2014, 17:03 Uhr

Vieles lässt sich in plattdeutscher Mundart wirkungsvoller formulieren als in hochdeutscher Sprache. Ohne Umschweife werden die Dinge beim Namen genannt, ohne den anderen mit Worten zu kränken. Diese charmante und vertrauensvolle Mundart möchte der Rheinenser Verhaltens­therapeut und Autor Otto Pötter auch für kommende Generationen bewahren. Deshalb widmet er sich in seinen Büchern der plattdeutschen Mundart.

Am Montagabend gastierte er in der Villa Winkel . Es war eine Gemeinschaftsveranstaltung der Volkshochschule und der Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr . Deren Kameraden vom Löschzug Ochtrup Stadt samt Ehefrauen sowie Witwen verstorbener Kameraden erlebten einen entspannten plattdeutschen Literaturabend am Kamin.

Otto Pötter

Otto Pötter

In seinen Alltagsgeschichten, Anekdoten und gereimten Lebensweisheiten nahm Pötter seine Zuhörer mit in eine unwiederbringliche Vergangenheit. Eine Zeit, in der die Leute ihre Lebensmittel noch in Tante Emmas Kolonialwarenladen kauften. Der Autor ließ auch die Ladenglocke von Tante Käthes Kurzwarenladen erklingen. Besagte Dame saß im weißen Kittel und mit Haardutt im Nacken hinter der Ladentheke und verkaufte Zackenlitze, Haken, Ösen, Sicherheitsnadeln und Knöpfe. Gute Ratschläge gab es gratis.

Käthe gehört zu Pötters Kindheitserinnerungen. Ebenso wie Bruni, eine fünffache Mutter, deren Mann früh verstarb. Sie lebte äußerst bescheiden, engagierte sich in der Frauengemeinschaft und war mit ihrem Leben rundum zufrieden. Der Autor beschreibt sie so: „Se was flietig, iährlik und holde iär Hüsken prick. Un ut de Kinner ist alle wat wuorden.“ Pötters Ansicht nach gibt es in unserer Zeit viel zu wenige „Brunis“. Seine Geschichten weckten bei vielen im Publikum Kindheitserinnerungen. Sie kommentierten das Gehörte mit Schmunzeln, verständnisvollem Nicken und der Feststellung: „Ja, genau so war das auch bei uns.“

Doch auch einige nach wie vor aktuelle Verhaltensweisen griff der Autor in seinen Alltagsgeschichten auf. Etwa die „Sprachlosigkeit mancher Männer“, für die das Ehepaar Heinz und Hedwig ein typisches Beispiel war. Außer „Hhm“ kam kaum ein Wort aus Heinzens Mund. Lieber verschanzte er sich hinter der Zeitung, als mit seiner Frau zu reden.

Die plattdeutschen Texte stimmten heiter und nachdenklich zugleich. Und zwischen den Zeilen schimmerte durch, dass es nicht ein Leben in Saus und Braus ist, das glücklich macht, sondern die innere Zufriedenheit.

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