Kaum städtische Grundstücke
Häuslebauer brauchen Geduld

Ochtrup -

Die Stadt Ochtrup kann Bauwilligen derzeit so gut wie keine Grundstücke anbieten. Diesen Zustand hat der Ausschuss für Planen und Bauen jetzt moniert und die Verwaltung beauftragt, zu prüfen, wo sie Flächen kaufen könnte.

Donnerstag, 03.04.2014, 19:04 Uhr

Wer seinen Traum vom Eigenheim umsetzen möchte, ohne sich an einen Bauträger zu binden, darf entweder nicht wählerisch sein oder muss Geduld mitbringen. Denn: Die Stadt hat in Ochtrup selbst nur noch vier Grundstücke im Angebot. In den beiden Ortsteilen Langenhorst und Welbergen sind es sechs beziehungsweise neun, die die Kommune vermarktet. Bauamtsleiter Ulrich Koke machte jetzt im Ausschuss für Planen und Bauen deutlich, wo städtische und private Wohnbau- und Gewerbeflächen vorhanden sind.

„Das ist erschreckend wenig“, sprach Martin Grave (FWO) aus, was offensichtlich auch andere Ausschussmitglieder dachten. Denn er erntete vielfaches Kopfnicken. „Städtisches Bauland ist ein wesentlicher Standortfaktor, da müssen wir dringend handeln“, betonte Grave. Flächen, die in Frage kommen, sind laut Koke durchaus vorhanden. „Um diese zu arrondieren, müsste die Stadt Geld in die Hand nehmen“, so der Leiter des Bauamtes. „Dann sollten wir die Verwaltung bitten, die entsprechenden Grundstücksverhandlungen zu führen“, sagte Grave.

Hermann Holtmann (FDP) und Martin Wilke (SPD) sahen das ähnlich. „Wir benötigen Alternativen zu bauträgergebundenen Grundstücken“, sagte Holtmann. Wilke warnte jedoch mit Blick auf die demografische Entwicklung und den Flächenverbrauch davor, große neue Baugebiete auszuweisen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hajo Steffers mochte sich der Forderung nach städtischen Bauplätzen inhaltlich anschließen. Er warnte jedoch: „Wir wissen nicht, was machbar ist und welche Ressourcen die Stadt hat.“

Das Thema geht nun zur weiteren Beratung in die Fraktionen. Darüber hinaus soll die Verwaltung prüfen, wo sie Flächen kaufen kann, um sie anschließend als Bauland zu vermarkten.

Getreu dem Motto „Verdichtung geht vor Ausweisung neuer Baugebiete“ gab der Ausschuss dem Antrag eines Anliegers der Rotdornstraße seine Zustimmung. Der wünscht sich eine Hinterlandbebauung für den Bereich. Bisher gibt es an der Stelle keinen Bebauungsplan. Der soll nun aufgestellt werden. Außerdem ist eine Bürgerversammlung geplant. „Die tiefen Grundstücke dort schreien doch förmlich nach einer Hinterlandbebauung“, machte Steffers deutlich.

Darüber hinaus gab das Gremium grünes Licht für eine Reihe von Bebauungsplanänderungen. Dazu gehört das Areal vom Dränkeplatz bis zum Lidl- und Edeka-Parkplatz im hinteren Bereich und dem ehemaligen Klarastift nach vorne zur Laurenzstraße. Dort gilt außerdem eine Veränderungssperre. Um an der Ecke Brook-/Horststraße die Errichtung von Wohnhäusern zu ermöglichen, wurde auch dort der Bebauungsplan geändert.

Am 17. Mai (Samstag) will die Tectum Caritas gGmbH ihr Café „Knitterfrei“ im Gebäude der Bücherei am Marktplatz eröffnen. Der dafür erforderlichen Bebauungsplanänderung stimmte der Ausschuss ebenfalls zu. Damit steht der Genehmigung durch den Kreis Steinfurt nichts mehr im Wege.

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