Oase für Wildbienen und Fasane
„Kinder-Obstwiese“ entsteht in der Wester-Bauerschaft

Ochtrup -

In der Wester-Bauerschaft wächst etwas, das auf neue Bewohner wartet. Nein, kein Baugebiet, sondern eine Blumen- und Obstwiese. Die soll natürlich auch die Menschen erfreuen, vor allem aber den kleineren Tieren als Nahrungsquelle und Rückzugsmöglichkeit dienen.

Freitag, 25.04.2014, 08:04 Uhr

Noch wirkt der Acker, den Landwirt Thomas Stücker am Mittwochabend mit seiner Sämaschine bestellt, wie jeder andere auch. Doch schon bald wird auf dem halben Hektar, der an einem Feldweg unweit der Rüenberger Straße liegt, eine kleine Oase erblühen – eine Wiese voller Blumen, gespickt mit Obstbäumen. An der sollen sich die Menschen erfreuen, vor allem aber die Tiere.

„Kinder-Obstwiese“ nennt sich das Projekt, das Stadtverwaltung, Landwirtschaftlicher Ortsverband (LOV), Hegering und Imkerverein gemeinsam auf die Beine stellen. Während sich der zweite Teil des Namens von selbst erklärt, liefert Thomas Ostendorf den Hintergrund für den ersten. „Bei uns in der Clique ist es üblich, dass frisch gebackene Eltern einen Obstbaum geschenkt bekommen“, informiert der LOV-Vorsitzende. Weil nicht alle Familien einen eigenen Garten haben, sollen Paare die Möglichkeit haben, eine Baum-Patenschaft zu übernehmen. Weil die „Kinder-Obstwiese“ aber erstmal wachsen muss, ist das derzeit noch Zukunftsmusik. Und auch nicht der eigentliche Zweck der Sache.

Denn wenn er in voller Pracht erstrahlt, dann sollen ganz viele etwas von dem blühenden Acker haben – kleine Lebewesen, die sich in Ochtrup zum Teil ziemlich rar gemacht haben. Die Rede ist von Niederwild und Wildbienen. Die Imker sind deshalb ebenso begeistert von dem Projekt wie die Jäger. „Die Wildbienen finden dort Nahrung für das ganze Jahr“, betont Ferdinand Becker vom Imkerverein. „Und das Niederwild eine zusätzliche Rückzugsfläche“, ergänzt Bernd Schwartbeck vom Hegering. Den Landwirten dient die „Kinder-Obstwiese“ vor allem zur Image-Pflege. „Wir wollen uns vom Bild der Monokultur, von der wir in Ochtrup weit weg sind, distanzieren“, erklärt Ostendorf, „und zeigen, wie die Landwirtschaft im Einklang mit der Natur arbeitet.“

Dann zückt er einen Plan, auf dem verschiedene Parzellen aufgezeichnet sind, und zeigt, wie die von der Stadt zur Verfügung gestellte Fläche in der Wester-Bauerschaft geplant ist: „Hier ist die Blumenwiese, dort die Fettwiese und da drüben die blühende Landschaft.“ Das ungeübte Auge, so der Fachmann, wird aber keine Unterschiede erkennen – nur eine große Wiese voller bunter Blumen.

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