NWO-Pumpstation Ochtrup
Molche gehen in der Pipeline auf Leck-Suche

Ochtrup -

Die Ölfunde im Amtsvenn in Gronau-Epe beschäftigen auch die Verantwortlichen der Nord-West Oelleitung GmbH (NWO). Das Unternehmen mit Sitz in Wilhelmshaven betreibt unter anderem in Ochtrup eine Pumpstation. Für ihre Pipeline setzt die NWO auf moderne Sicherheitstechnik und Kontrollen per Hubschrauber.

Donnerstag, 24.04.2014, 08:04 Uhr

Es hat etwas von einer „tierischen“ Mission: Molche sind regelmäßig in der Pipeline der Nord-West Oelleitung GmbH (NWO) unterwegs. Ihre Aufgabe ist es, mögliche Lecks zu finden. Allerdings handelt es sich nicht um Amphibien, sondern um stählerne „Wesen“ mit moderner Sicherheitstechnik. Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung von Situationen, wie sie seit Tagen die Einsatzkräfte im Amtsvenn in Atem halten.

Die dortigen Ölfunde sind – salopp ausgedrückt – nicht seine Baustelle. Dennoch hat Thomas Getrost in diesen Tagen ein Auge auf die Situation in Gronau-Epe. Mehr noch: Der kaufmännische Leiter der NWO steht in ständigem Kontakt zur Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen (SGW). Wie berichtet, ist das Öl im Umfeld einer SGW-Kaverne ausgetreten. Und eine Leitung des Unternehmens führt auch zur NWO-Pumpstation samt Zwischentanklager in der Weiner-Bauerschaft. Nach den neuesten Untersuchungen scheint eine Leckage in diesem Rohr als Ursache für die Ölaustritte jedoch auszuscheiden.

Vor 42 Jahren war die Situation eine andere. Am 5. Dezember 1972 strömten durch ein Leck der NWO-Pipeline, die von Wilhelmshaven nach Köln führt, auf dem Gelände der Pumpstation etwa 1000 Kubikmeter Rohöl aus. „Ölkatastrophe im Münsterland“ lautete damals die Schlagzeile in unserer Zeitung. Ein Landwirt hatte die Ölfontäne entdeckt und die Feuerwehr alarmiert.

Der kaufmännische Leiter der NWO, Thomas Getrost (r.), und sein Kollege Helmut Horstmann vor dem 50 000 Kubikmeter Öl fassenden Zwischentanklager.

Der kaufmännische Leiter der NWO, Thomas Getrost (r.), und sein Kollege Helmut Horstmann vor dem 50 000 Kubikmeter Öl fassenden Zwischentanklager. Foto: Wilfried Gerharz

„Bei der NWO hat man aus dem Vorfall gelernt“, betont Getrost. So sei die Zahl der Schieberstationen, an denen sich die Leitung sperren lässt, deutlich aufgestockt worden. Rund 25 gibt es davon inzwischen. „Damit würde heute deutlich weniger Öl auslaufen“, betont Helmut Horstmann . Der Trassen- und Werkstattmeister ist in der NWO-Betriebsstelle Mülheim stationiert und dort mit zwölf Kollegen für den Pipeline-Abschnitt von Emsbüren bis Köln zuständig. „Die heutigen elektronischen Sicherheitssysteme stellen einen Druckabfall in der Leitung umgehend fest und melden diesen an die Zentrale in Wilhelmshaven“, erklärt Horstmann.

Alle acht Wochen schickt die NWO eben jene sogenannten Molche zum Aufspüren von Lecks per Öldruck durch die Pipeline, die einen Durchmesser von 71 Zentimetern hat. Die gespeicherten Daten werden anschließend ausgelesen und ausgewertet. Der große Bruder dieser Geräte, ein „intelligenter Molch“, der über zusätzliche Sensoren verfügt, kommt alle zehn bis zwölf Jahre zum Einsatz. Er analysiert jeden Quadratzentimeter Rohr und stellt so zum Beispiel Korrosionsschäden fest. Getrost: „Zu dieser Kontrolle sind wir gesetzlich nur alle 20 Jahre verpflichtet, wir machen das aber freiwillig häufiger. Allerdings dauert alleine die Auswertung zwei Jahre.“

Wesentlich häufiger, nämlich alle 14 Tage, wird die NWO-Pipeline per Hubschrauber aus der Luft kont­rolliert. Außerdem sind regelmäßig Trupps unterwegs, die die Spannung an der Rohrleitung überprüfen. Ist die erhöht, deutet das auf einen Korrosionsschaden hin. Dann wird der betroffene Teil ausgetauscht.

Seit 28 Jahren betreut Horstmann unter anderem die NWO-Pumpstation und das Tanklager in der Ochtruper Bauerschaft. „Einen Zwischenfall in dem Bereich habe ich noch nicht erlebt“, sagt Horstmann. Und das soll auch so bleiben. Denn auf eine „Baustelle“ dieser Art können er und Getrost getrost verzichten.

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