Agrarpolitischer Dämmerschoppen
Bauernpräsident diskutiert mit Ochtruper Landwirten

OChtrup -

Eine wettbewerbsfähige Landwirtschaft ist ohne technischen Fortschritt nicht möglich. Das machte Johannes Röring, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, beim agrarpolitischen Dämmerschoppen auf Einladung der Verbund-Sparkasse deutlich.

Donnerstag, 15.05.2014, 08:05 Uhr

Dienstagmorgen hatte der westfälisch-lippische Bauernpräsident Johannes Röring noch im Bundestag mit Wirtschaftsminister Siegmar Gabriel an einem Tisch gesessen und ihm die erforderlichen Rahmenbedingungen der Landwirtschaft nahe gelegt. Abends diskutierte er im Seminarraum der Verbund-Sparkasse mit Ochtruper Landwirten. Das Kreditinstitut hatte Ortslandwirte sowie Vorstandsvertreter des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes, der Landfrauen und der Landjugend zu einem agrarpolitischen Dämmerschoppen mit Röring eingeladen.

Zuvor war der Bauernpräsident und Bundestagsabgeordnete zu Besuch in der Villa Winkel gewesen. In Anwesenheit von Bürgermeister Kai Hutzenlaub sowie Vertretern der Verwaltung, der Ratsfraktionen und der Landwirte trug sich Röring in das Goldene Buch der Stadt ein. Danach brach er zusammen mit Hutzenlaub zu einem kurzen Spaziergang durch Ochtrup auf. Die Stadt ist Röring nicht fremd. Einer seiner vier Söhne hat auf Gut Lüttinghaus einen Teil seiner Agrar-Ausbildung absolviert.

Beim Dämmerschoppen kamen dann neben Häppchen vom Buffet auch diverse landwirtschaftliche Themen auf den Tisch. „Der ländliche Raum ist nicht nur eine Gestaltung von Feldern. Landwirtschaft ist die Wirtschaft der ländlichen Gebiete“, betonte der Bauernpräsident. Er sprach die vielfältig strukturierten Betriebe an, die von Region zu Region ein anderes Gesicht zeigen. Aber europaweit, so Röring, sei die Landwirtschaft der einzige gemeinsame Zweig. „Wir produzieren auf Weltmarktniveau und müssen uns in Richtung Märkte weiterentwickeln“, forderte der Politiker. Er legte seinen Zuhörern nahe, die gesamte Bandbreite zu bedienen – vom Wochenmarkt bis zum Weltmarkt. Und er machte ihnen klar, dass er das Wort Höfesterben überhaupt nicht mag. Doch eine wettbewerbsfähige Landwirtschaft ist seiner Meinung nach ohne technischen Fortschritt nicht möglich.

Röring sprach außerdem über Düngeverordnungen, Stilllegungsflächen, Biotechnologie sowie Tierwohl und -schutz. „Man sollte dem Landwirt an vielen Stellen mehr vertrauen. Er hat die Erfahrung, auch bezüglich des Tierschutzes“, bemerkte er. Hier hakten seine Zuhörer ein und machten ihrem Ärger über das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber den Landwirten Luft. „Ich verstehe nicht, warum wir immer wieder als Feindbild dastehen“, hieß es aus den Reihen der Anwesenden. Thomas Ostendorf, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Ochtrup, forderte mehr Ressourcen für Öffentlichkeitsarbeit, um das Image der Bauern zu verbessern. Die Runde hätte gerne noch länger diskutiert. Aber nach drei Stunden verabschiedete sich Röring einem münsterländischen „Guat goahn“.

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