Ein Helfer ohne Grenzen
Christian Tillack läuft 210 Kilometer für ein Kinderhospiz

Ochtrup -

Einmal von Brilon nach Olpe zu laufen, heißt, 210 Kilometer auf dem Rothaarsteig zu joggen. Der gebürtige Ochtruper Christian Tillack hat das gemacht, und zwar nicht alleine. Er war einer der Teilnehmer der Charity-Aktion „Turnbeutels Spendenlauf 2.0“. Der Erlös ist für das Kinderhospiz Balthasar bestimmt.

Dienstag, 12.08.2014, 12:08 Uhr

„Wenn man Menschen helfen kann, sollte man sich keine Grenzen setzen.“ Davon ist Christian Tillack überzeugt. Als er von der Charity-Aktion „Turnbeutels Spendenlauf 2.0“ zugunsten des Kinderhospizes Balthasar in Olpe hörte, musste der 35-jährige Ochtruper dann auch nicht lange überlegen.

Insgesamt 210 Kilometer galt es innerhalb von fünf Tagen zu absolvieren. Das entsprach etwa einer Marathonstrecke (42,195 Kilometer) pro Tag – und zwar auf 4560 Höhenmetern. „Das geht schon sehr an die Belastungsgrenze“, erklärt Tillack. „Denn in einer Nacht hat der Körper viel zu wenig Zeit, sich von der Anstrengung zu erholen.“ 42 Läufer und 16 Nordic Walker, die zehn Kilometer pro Abschnitt zurücklegten, gingen in Brilon an den Start und machten sich auf den Weg über den Rothaarsteig. Nur fünf von ihnen, darunter Tillack, kamen nach vier Übernachtungen in Turnhallen und 210 gelaufenen Kilometern in Olpe an. Dabei trotzten die Teilnehmer auch den hochsommerlichen Temperaturen. „Es war schon ein hartes Stück Arbeit, aber am Ende ist so etwas auch immer eine Gruppenleistung“, betont der Ochtruper. „Da zieht zum Schluss jeder den anderen mit.“

Seit einigen Jahren nimmt der in Düsseldorf als Konstrukteur arbeitende Freizeitsportler regelmäßig an solchen Spendenaktionen teil. Als Mitglied eines sogenannten Supportteams, das Einrichtungen unterstützt, ist er auf die Aktion aufmerksam geworden. Tillack: „Eigentlich wollte ich da schon im vergangenen Jahr mitmachen.“

Überhaupt gibt es im Ex-tremsportbereich einiges, was der 35-Jährige noch ausprobieren möchte. Seien es große Hindernisläufe oder Ultramarathons – „bei allem, was heftig ist, bin ich dabei“, verrät er mit einem Lachen im Gesicht. Da ist es nicht verwunderlich, dass Tillack den Weltrekord im Kettenmarathon hält. Dazu hat er sich mit 72 Gleichgesinnten aneinandergekettet und so einen Marathon absolviert.

Bei „Turnbeutels Spendenlauf 2.0“ wurde der Ochtruper übrigens von dem Unternehmen, für das er arbeitet, finanziell unterstützt: „Die Spenden konnten völlig frei vergeben werden“, erklärt er. „Manche Firmen haben eine bestimmte Summe für jeden gelaufenen Kilometer gezahlt, andere einen Pauschalbetrag.“ Knapp 8000 Euro sind bisher zusammengekommen.

Nicht nur das Hospiz Balthasar braucht diese Unterstützung. Deshalb möchte Tillack auch künftig an solchen Aktionen teilnehmen – um Spenden zu sammeln und um darauf aufmerksam zu machen, dass insbesondere Hospize stark auf finanzielle Hilfe angewiesen sind. Für ihn bereits fest, dass er bei der Neuauflage des Extremmarathons im nächsten Jahr wieder mit dabei sein wird. Tillack kennt eben keine körperlichen Belastungsgrenzen – solange er damit anderen Menschen helfen kann.

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