Bau von Kreisverkehren
Politiker drehen sich im Kreis

Ochtrup -

Die beiden geplanten Kreisverkehre am Nienborger Damm sowie an der Gronauer/Bentheimer Straße beschäftigten den Straßen- und Tiefbauausschuss am Donnerstagabend. Dabei passte sich die Diskussion der Form an: Sie drehte sich im Kreis. In absehbarer Zeit lassen sich die Pläne allerdings wohl kaum umsetzen.

Samstag, 25.10.2014, 17:10 Uhr

Vorerst bleibt es bei den Ampeln: Da es derzeit keine Aussicht auf Fördermittel für einen Kreisverkehr an der Gronauer/Bentheimer Straße gibt, stellte der Ausschuss für Straßen- und Tiefbauangelegenheiten diese Planungen zurück.
Vorerst bleibt es bei den Ampeln: Da es derzeit keine Aussicht auf Fördermittel für einen Kreisverkehr an der Gronauer/Bentheimer Straße gibt, stellte der Ausschuss für Straßen- und Tiefbauangelegenheiten diese Planungen zurück. Foto: Ralph Schippers

„Ich habe das Gefühl, wir drehen uns im Kreis“, stellte der Ausschussvorsitzende Hermann Holtmann ( FDP ) am Donnerstagabend fest, als der Straßen- und Tiefbauausschuss in der Villa Winkel tagte. Tatsächlich ging es in dem besagten Tagesordnungspunkt neben dem Ausbau von Stadtstraßen auch um die Thematik der geplanten Kreisverkehre am Nienborger Damm sowie an der Gronauer/ Bentheimer Straße . Besagte Kreisel umrundeten die Politiker so ausgiebig, dass sie keine Ausfahrt aus ihrem „rhetorischen Kreisverkehr“ fanden. Bis Holtmann das Stopp-Schild zog und sie aufforderte, endlich zur Abstimmung zu kommen.

In der vorangegangenen Diskussion gab Martin Grave (FWO) zu bedenken, dass am Nienborger Damm der Lärm das Hauptproblem sei. „Es ist fraglich, ob ein Kreisel da Abhilfe schaffen würde.“ Um die Erschütterungen durch Lkw-Verkehr zu mildern, seien entsprechende Reparaturen geplant, teilte Bauamtsleiter Ulrich Koke mit.

Bezüglich des Kreisels Gronauer/Bentheimer Straße regte Christa Lenderich (CDU) an, sich um Fördermittel zu bemühen. Hier hakte ihr Parteikollege Josef Eiling ein und forderte die Verwaltung auf, den Landesbetrieb Straßen.NRW in dieser Angelegenheit mit Nachdruck zu bedrängen. Und zwar nicht durch Telefonate, sondern im persönlichen Gespräch. Das wollte die Erste Beigeordnete Birgit Stening so nicht stehen lassen. „Sie können sicher sein, dass wir schon häufig das Thema angesprochen haben. Und dabei haben wir uns nicht nur mit Telefonaten begnügt, sondern haben die Behörde mehrfach aufgesucht. Man hat uns offeriert, dass wir laut Liste in 20 Jahren dran sein könnten“, stellte Stening klar.

Die Empfehlung, mit dem Kreisel am Nienborger Damm fortzufahren, sofern Haushaltsmittel zur Verfügung stehen, setzte sich mit acht Ja-Stimmen knapp durch. Sieben Vertreter votierten dagegen, drei enthielten sich. Der Kreisverkehr Gronauer/Bentheimer Straße wurde bei sieben Ja-, zehn Nein-Stimmen und einer Enthaltung abgelehnt. Der Ausbau soll zurückgestellt werden, bis die finanziellen Mittel im Haushalt zur Verfügung stehen.

Auch wenn damit die Kreiselthematik abgehakt war, drehte sich das Meinungskarussell munter weiter. Als Nächstes bewegten sich die Ausschussmitglieder auf dem holprigen Boden von privat gepflasterten Flächen auf öffentlichen Gehwegen. An der Lindenstraße zum Beispiel hatten Anlieger in der Vergangenheit die Gehwege vor ihrem Haus in Eigenleistung gepflastert. Baumwurzeln hatten die Platten angehoben, und es kam zu einem Unfall. Die Verwaltung schlägt vor, dass die Anwohner die Pflasterung vor ihrem Grundstück auf eigene Kosten aufnehmen und den alten Zustand wieder herstellen sollen, sofern die Maßnahme nicht in Abstimmung mit der Verwaltung erfolgt ist und der nötige Unterbau fehlt. Der Ausschuss schloss sich dem an, gab der Verwaltung aber mit auf den Weg, mit dem nötigen Fingerspitzengefühl das Gespräch mit den betreffenden Anliegern zu suchen.

Die Sprecher der Fraktionen plädierten dafür, in Sachen Stadtstraßen nicht von der Prioritätenliste abzuweichen. Einig waren sie sich in dem Punkt, den Lenauweg und den Farnweg vorrangig auszubauen.

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