Spenden helfen, Paten auch
„Miteinander Ausländerhilfe“ setzt sich verstärkt für Flüchtlinge in Ochtrup ein

Ochtrup -

Wenn ihre Hilfe gebraucht wurde, waren die Mitglieder des Vereins „Miteinander Ausländerhilfe“ immer zur Stelle. Durch die stetig wachsende Zahl von Flüchtlingen sehen sie sich zurzeit ganz besonders gefordert und wollen ganz konkret vor Ort in Ochtrup helfen.

Montag, 10.11.2014, 12:11 Uhr

Sie leiden besonders unter der Situation: die Kinder der Flüchtlingsfamilien. Weltweit sind derzeit 90 Millionen Menschen auf der Suche nach Orten, an denen sie ohne Angst um Leib und Leben sein können. Erste Anlaufstellen der Flüchtlinge sind Camps wie dieses in Sanliurfa (Türkei).
Sie leiden besonders unter der Situation: die Kinder der Flüchtlingsfamilien. Weltweit sind derzeit 90 Millionen Menschen auf der Suche nach Orten, an denen sie ohne Angst um Leib und Leben sein können. Erste Anlaufstellen der Flüchtlinge sind Camps wie dieses in Sanliurfa (Türkei). Foto: dpa

Bei dem Treffen des Vereins „Miteinander Ausländerhilfe “ im evangelischen Gemeindehaus fiel eine Zahl, die nicht nur die Anwesenden am Freitagabend hat schlucken lassen: 90 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht, weil in ihrer Heimat Krieg herrscht, die (Über-)Lebenssituation aussichtslos geworden ist, ihnen – aus welchen Gründen auch immer – nach Leib und Leben getrachtet wird.

„Gerade jetzt dürfen wir dieser Welle nicht einfach beteiligungslos zusehen“, brachte es der Vorsitzende Manfred Schründer auf den Punkt, warum sein Verein und die Kreisinitiative „Bürgerinnen und Bürger für Humanität und Bleiberecht“ dringenden Handlungsbedarf auch in Ochtrup sehen. Die Probleme von entwurzelten Menschen seien nicht nur durch Verwaltungshandeln zu lösen. „Und das ist schon hier schwer genug“, wusste Schründer um die erheblichen Anstrengungen in der Stadtverwaltung zu berichten. Vorübergehenden Wohn- und Lebensraum vorzuhalten, werde bereits mittelfristig zum Problem, schälte sich als ein Fazit aus der Diskussion heraus. Johann Moggert brachte die oft gestellte Frage nach der „Willkommenskultur“ auf. Aber um „Willkommen“ zu sagen, sei es erforderlich, die Notwendigkeit zu begreifen und eben viel mehr zu tun, als Flüchtlinge nur zu begrüßen, merkten andere Teilnehmer der Runde an. Da steckten viele Ängste und Verunsicherungen drin. Da stellten sich eine ganze Menge auch politischer Fragen, wurde klar.

Andererseits war die Bereitschaft bei nahezu allen in der Runde offensichtlich, sich aktiv der sich weiter dramatisch entwickelnden Situation zu stellen. Christina Bierbaum berichtete von erfolgreichen, weil eben beharrlichen Versuchen, in konkreten Einzelsituationen zu helfen. „Das geht bei der Kleidung los und endet noch lange nicht bei der Unterstützung bei Ämtergängen oder ersten Arbeitsvermittlungsversuchen“, machte Bierbaum deutlich.

Klaus Schnabel hielt es für notwendig, eine Art „To-do-Liste“ für mögliche Patenschaften, die man für Neuankömmlinge übernehmen könnte, zu erstellen. Iris Dinkhoff sagte, dass Hilfe nicht zu allererst über Anleitungen klappe, sondern persönlichen Kontakt und ebensolches Engagement erfordere. Sie schilderte Beispiele aus ihrer Arbeit als Erzieherin in einem Kindergarten, wollte sich aber auch um ein Projekt der Landesregierung kümmern, bei dem in so genannten Kulturrucksack-Initiativen konkrete Unterstützung und entsprechende Fähigkeiten dazu erworben werden könnten. In den Unterkünften am Pröpstinghoff gebe es konkrete Ansätze für solche Patenschaften, hatte Schründer schon vorher in einem Überblick über die dortige Situation deutlich gemacht: „Wir brauchen noch mehr Leute, die solche Arbeit leisten. Da helfen Spenden , aber eben auch Köpfe und Hände.“

Und plötzlich wurde es noch konkreter, als darüber informiert wurde, dass es zurzeit keine Kleiderkammer mehr in Ochtrup gibt. Das DRK hätte die Aufgabe personell nicht mehr schultern können, hieß es aus der Runde. Auch dafür war es vielleicht günstig, dass unter anderem Detlef Bolte von „Lernen fördern“ mit am Tisch saß. Zumindest gab es erste Anstöße, mit dieser Organisation gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

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