Ochtruper im Ebola-Einsatz
Angst vor Ansteckung hat Maximilian Lücker nicht

Ochtrup -

Vier Wochen tauscht Maximilian Lücker seinen Arbeitsplatz als Rettungsassistent bei der Feuerwehr Ahaus gegen ein Ebola-Behandlungszentrum in Sierra Leone. Der ehrenamtliche Helfer des DRK-Ortsvereins Ochtrup ist der sechste Rotkreuzler aus Westfalen-Lippe, den es zum Ebola-Einsatz nach Westafrika zieht.

Donnerstag, 22.01.2015, 12:01 Uhr

Warten auf den Einsatzbeginn (v.l.): Marco Schippers (stellvertretender Rotkreuzleiter), Christian Wessling (Rotkreuzleiter) und Monika Hanke (Rotkreuzleiterin) mit Maximilian Lücker (vorne).
Warten auf den Einsatzbeginn (v.l.): Marco Schippers (stellvertretender Rotkreuzleiter), Christian Wessling (Rotkreuzleiter) und Monika Hanke (Rotkreuzleiterin) mit Maximilian Lücker (vorne). Foto: Irmgard Tappe

Teil eins der Reise hat er bereits angetreten. Maximilian Lücker ist am Mittwoch zu einem vierwöchigen Ebola-Hilfseinsatz in Westafrika aufgebrochen. Nach einem Zwischenstopp in Berlin, wo letzte Vorbereitungen für die Hilfsaktion getroffen werden, startet der Flug nach Sierra Leone. Dort wird der Ochtruper in einem vom Internationalen Roten Kreuz betriebenen Behandlungszentrum tätig sein.

Kurz vor der Abreise kreisen Spannung und Vorfreude durch den Kopf des 22-Jährigen, der sich seit fünf Jahren ehrenamtlich im DRK-Ortsverein Ochtrup engagiert. „Das wird mein erster Auslandseinsatz“, erzählt Lücker. Angst, dass er sich mit dem gefährlichen Ebola-Virus anstecken könnte, lässt er nicht zu. In seinem Beruf als Rettungsassistent, so Lücker, sei er ständig mit ansteckenden Krankheiten konfrontiert. Außerdem habe er sich im Vorfeld intensiv mit dem Krankheitsbild Ebola auseinandergesetzt. Das Virus sei nur durch Körperflüssigkeit übertragbar, und da würden entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen.

Wer sich für diesen außergewöhnlichen Dienst am Menschen bewirbt, sollte gute Englischkenntnisse aufweisen. Außerdem wird ein stabiler Gesundheitszustand vorausgesetzt. Besonders das Herz-Kreislaufsystem und die Lungenfunktion der Helfer sollten angesichts des schwülen Tropenklimas gut sein. Es ist zu erwarten, dass die Schutzkleidung das Hitzeempfinden noch verstärkt. Doch die Maßnahme ist unerlässlich, um die Helfer vor Ansteckungen zu bewahren, wenn sie mit den Patienten in Berührung kommen.

Das alles und noch viel mehr hat Lücker während eines dreitägigen Vorbereitungsseminars des DRK in Würzburg erfahren. Darüber hinaus hat der Ochtruper sich mit dem Münsteraner Arzt Prof. Dr. Joachim Gardemann in Verbindung gesetzt, nachdem dieser von einem Ebola-Einsatz zurück war. „Diese Gespräche haben mir Einblicke in die Arbeiten vor Ort gegeben. Ich habe großen Respekt vor den Aufgaben, die mich in dem Behandlungszentrum erwarten“, betont Lücker.

Über das Online-Bewerbungssystem des Roten Kreuzes hatte er sich als freiwilliger Helfer beworben. Die Idee kam ihm nach einem Radioaufruf im vergangenen Oktober: „Der Gedanke, dass in Westafrika dringend Helfer gebraucht werden, ließ mich nicht mehr los. Und außerdem reizte mich ein Auslandseinsatz.“

Seine Kameraden vom DRK Ochtrup sind beeindruckt von dieser Entscheidung. „Wir sind wahnsinnig stolz, dass einer unserer Helfer zu einem so großen Einsatz bereit ist“, bemerken Rotkreuzvorsitzender Christian Weßling und sein Stellvertreter Marco Schippers unisono. Auch seitens seiner Kollegen beim Rettungsdienst der Feuerwehr Ahaus bekam Lücker viel Zuspruch. „Mit meinem Arbeitgeber habe ich alles besprochen. Er respektiert meine Entscheidung und stellt mich vom Dienst frei“, freut sich der 22-Jährige.

Nach dem Einsatz kehrt Lücker allerdings nicht sofort heim. Um jegliche Ansteckungsgefahr auszuschließen, folgt eine dreiwöchige Karenzzeit in einer speziellen DRK-Einrichtung in Deutschland. „Wenn ich während dieser Zeit keine Symptome aufweise, besteht keinerlei Gefahr, dass ich mich angesteckt habe oder andere anstecken könnte. Trotzdem bin ich gespannt, wie die Leute reagieren, wenn ich nach Ochtrup zurück komme“, sagt Lücker. Doch jetzt ist er erst einmal gespannt auf die Herausforderung in Sierra Leone. Eine Erfahrung, die sein Leben bereichern wird. Davon ist Lücker fest überzeugt.

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