Tag der Rückengesundheit
Aktives Leben gegen Kreuzschmerzen

Ochtrup -

Am 15. März ist Tag der Rückengesundheit. Aus diesem Anlass erklärt Hajo Reekers von Physio-Fit Ochtrup, was die häufigsten Ursachen von Kreuzleiden sind und wie Betroffene dagegen angehen können.

Sonntag, 15.03.2015, 09:03 Uhr

Schäden an der Wirbelsäule sind nur selten die Ursache von Rückenschmerzen, häufiger sind Muskelverspannungen.
Schäden an der Wirbelsäule sind nur selten die Ursache von Rückenschmerzen, häufiger sind Muskelverspannungen. Foto: Heidrun Riese

Der Tag der Rückengesundheit rückt am 15. März ein Volksleiden in den Fokus. Hajo Reekers von Physio-Fit weiß, was zu tun ist, wenn es im Kreuz zwickt. Als Physiotherapeut mit Bachelor-Abschluss hat er bei seiner Arbeit regelmäßig mit Betroffenen zu tun.

„Es gibt akute und chronische Rückenleiden“, erklärt der Experte. Die gängige Praxis sei derzeit: Wer das erste Mal mit solchen Beschwerden zum Arzt geht, der bekommt in der Regel zunächst Schmerztabletten verschrieben. „In 80 Prozent der Fälle löst sich das Problem nämlich innerhalb von vier Wochen von selbst“, informiert Reekers. Wird der Patient erneut vorstellig, guckt der Mediziner dann genauer hin.

An diesem Punkt kommt das Team von Physio-Fit ins Spiel. Das muss sich mit der Diagnose vertraut machen, um ein passendes Training ausarbeiten zu können. „Es gibt verschiedene Ursachen für Rückenschmerzen“, betont Reekers. Ist ein Patient in seiner Bewegung eingeschränkt, gehen die Fachleute anders vor als wenn zum Beispiel eine Instabilität vorliegt. Besteht ein Problem bei Kraft und Ausdauer oder Koordination der Muskeln, sieht das verordnete Programm wieder anders aus.

„Muss der Rücken mobilisiert werden, ist manuelle Therapie ein gutes Mittel“, erklärt Reekers. „Der Patient bekommt auch Hausaufgaben.“ Hat sich die Beweglichkeit verbessert, wird der Rücken stabilisiert. „Anschließend werden noch Kraft und Ausdauer trainiert.“ Diese drei Bausteine, so der Experte, kommen bei Beschwerden aller Art zum Einsatz. Je nach Ursache werde lediglich die Reihenfolge angepasst. „Bei Überbeweglichkeit stabilisieren wir den Rücken zuerst, dann folgen die koordinativen Übungen und zum Schluss kommt das Kraft- und Ausdauer-Training“, bringt der Physiotherapeut ein anderes Beispiel.

„Ich habe Rücken!“ Dieser Ausdruck des Unwohlseins ist häufig von Büroangestellten zu hören. Aber nicht nur stundenlanges Sitzen am Schreibtisch schadet dem Kreuz. Handwerkern oder Landwirten, die körperlich gefordert sind, geht es nicht viel besser. „Sie arbeiten oft in einer bestimmten Haltung, auf die sich der Rücken einstellt“, weiß Reekers. Auch Verschleiß spielt eine Rolle. „Jüngere Menschen haben generell einen beweglicheren Rücken. Ab einem Alter von 50, kann man sagen, ist so ziemlich jeder vorgeschädigt. Manchmal aber auch schon mit 40.“

Physiotherapeut Hajo Reekers

Physiotherapeut Hajo Reekers Foto: Heidrun Riese

Der scheinbar allgegenwärtige Bandscheibenvorfall ist übrigens gar nicht so weit verbreitet, wie oft vermutet wird. Unter ihm leiden nach Angabe des Fachmanns nur drei bis fünf Prozent der Rückenkranken. Wesentlich häufiger kommen Muskelverkrampfungen oder Blockaden vor, aber auch das Facettensyndrom, das durch eine meist chronische Reizung der Wirbelgelenke verursacht wird.

Um sich vor Rückenleiden zu schützen, hilft nur eines: Bewegung. „Joggen oder Wandern allein reicht nicht aus“, betont Reekers. „Denn nicht nur der Unter-, sondern auch der Oberkörper muss bei Laune gehalten werden.“ Während die meisten Sportarten vor allem die Beine in Form bringen, rät der Physiotherapeut zusätzlich zu Gerätetraining. Es gibt auch Präventionskurse, die von Krankenkassen bezuschusst werden. Auch Schwimmen stärkt den Rücken. „Wer 30 Minuten lang seine Bahnen gezogen hat, der hat schon ein richtiges Training hinter sich“, sagt Reekers. Und er gibt allen, die das kühle Nass bevorzugen, noch einen Tipp mit auf den Weg: „Kaufen Sie sich eine Schwimmbrille, dann brauchen Sie beim Brustschwimmen nur zum Atmen aufzutauchen und der Nacken wird nicht so stark belastet.“

Ob es nun darum geht, ein Rückenleiden loszuwerden oder vorzubeugen, so viel ist klar: Wer ein gesundes Kreuz haben möchte, der muss etwas dafür tun.

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