Den Tod nicht tabuisieren
Mit Schülern übers Sterben reden

Ochtrup -

Das Projekt „Hospiz macht Schule“ ist in Altenberge sehr erfolgreich. Wird es bald auch in Ochtrup Realität?

Donnerstag, 11.06.2015, 08:06 Uhr

Hospiz macht Schule“ – jedenfalls in Altenberge . Dort gibt es ein Projekt, das Schüler, Lehrer und Eltern an die Themen Sterben und Tod heranführt und sie miteinander ins Gespräch bringt. Das berichteten jetzt beim Stammtisch des Ochtruper Hospizvereins Margret Hölscher und Cordelia Balzer-Ickert vom Hospizkreis der Nachbargemeinde.

Hospizkoordinator Dieter Lange-Lagemann wies zu Beginn darauf hin, dass die Altenberger Hospizgruppe im Kreis Steinfurt eine Vorreiterrolle mit dem Projekt einnehme. Wichtig dabei: Eltern und Lehrer werden einbezogen. Das betonten die beiden Referentinnen ausdrücklich.

Eine qualifizierte Ausbildung bekämen die ehrenamtlichen Projektbegleiter in einem Kursus der Bundeshospizakademie, der dazu befähige, gemeinsam mit örtlichen Grundschulen eine Projektwoche vorzubereiten und durchzuführen. An fünf Tagen, erläuterten Margret Hölscher und Cordelia Balzer-Ickert, werden Kinder der vierten Klassen in Altenberge an die Themen Werden und Vergehen, Krankheit und Leid, Sterben und Tod, Trauer und Traurigsein sowie Trost und Trösten herangeführt. „Dabei werden ganz unterschiedliche Methoden angewendet“, wird Margret Hölscher im Pressetext zitiert. Es werden Filme gezeigt, es wird gemalt, Symbole und Rituale spielen eine Rolle. „Während der vier Schulstunden an fünf Tagen erfahren die Kinder in den Kleingruppen, dass sie in einem geschützten Raum über ihre Erfahrungen und Gefühle sprechen können. Auf diese Weise hat sich oft auch die Atmosphäre in den Schulklassen verändert und zu einem positiven Miteinander beigetragen“, wird eine Referentin zitiert.

Abgeschlossen wird die Woche mit einem Film aus der Reihe „Willi will‘s wissen“, der in ausgewählten Sequenzen jeweils auf kindgerechte Weise die schwierigen Themen Sterben, Tod, Trauer, Begräbnis und Ewiges Leben behandelt.

Von Schülern, Eltern und Lehrern gebe es viele positive Reaktionen. Bei diesem Projekt handele es sich um Lebenskunde im besten Sinne, die vielleicht auch in Ochtrup nachgefragt werden könnte, so das Fazit am Ende der Veranstaltung. „Der Hospizverein wäre jedenfalls daran interessiert, Ehrenamtliche für dieses Projekt auszubilden“, sagte die Vorsitzende Johanna Tenhumberg-Pleie. Für die Übernahme der Kosten (Ausbildung und Grundstock an Arbeitsmaterial) müssten aber Sponsoren gefunden werden, da die finanziellen Möglichkeiten des Hospizvereins zu begrenzt seien, so die Vorsitzende.

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