Ein Jahr Australien
Weißer Strand, Korallen und Kängurus

Ochtrup -

Sie wollte ihr Englisch verbessern, Land und Leute kennenlernen und einfach ein Jahr lang herausfinden, was sie später einmal machen will. Franziska Fremann aus Langenhorst ist zurück aus Australien.

Montag, 10.08.2015, 10:08 Uhr

Willkommensbanner: Familie und Freunde begrüßten Franziska Fremann mit einem Transparent.
Willkommensbanner: Familie und Freunde begrüßten Franziska Fremann mit einem Transparent. Foto: Irmgard Tappe

Als Franziska Fremann vor einem Jahr das Abitur in der Tasche hatte, erfüllte sie sich einen Traum. Sie sagte ihrem Heimatort Langenhorst „Good bye“, um elf Monate in Australien zu verbringen. Die Englischkenntnisse vertiefen, Land und Leute kennen lernen, Erfahrungen fürs Leben sammeln – das waren ihre Beweggründe. „Außerdem brauchte ich noch ein Orientierungsjahr, um mich zwischen Studium oder Ausbildung zu entscheiden“, erzählt sie. Im August 2014 startete ihr Flug ans andere Ende der Erde. Dort arbeitete sie als Au-pair-Mädchen. Fünf Monate bei einer dreiköpfigen Familie in Canberra, sechs Monate in Sydney, wo sie drei Kinder zwischen anderthalb und acht Jahre betreute.

Mit vielen interessanten Eindrücken kehrte sie jetzt heim. An ihrem Elternhaus am Brookkamp wehte zur Begrüßung ein Willkommensbanner, und ihre Familie sowie ihre Freundinnen empfingen die Weltenbummlerin mit herzlichen Umarmungen. Die 19-Jährige hatte natürlich viel zu erzählen. Etwa von einem Urlaub mit ihrer Gastfamilie aus Canberra. „Wir sind die australische Ostküste entlang gefahren. Zwischen den Städten war nichts als Wiesen, Wald und Kängurus . Aber die weißen Strände an der Ostküste, die muss man einfach gesehen haben“, sagt Fremann.

Sie hat im größten Korallenriff der Erde, dem Great Barrier Reef, ihre ersten Tauchversuche unternommen. „Natürlich unter Anleitung eines Tauchlehrers. Aber es hat sich gelohnt. Die Bilder unter Wasser waren einfach toll. Ein absolutes Highlight“, schwärmt sie.

Fünf Monate lebte Franziska Fremann in Canberra und betreute das Baby der Gastfamilie. „Die Eltern waren beide berufstätig und ich war tagsüber mit dem Kleinen allein. Hatte also keine Gelegenheit, mich in englischer Sprache zu unterhalten. Deshalb habe ich die Familie gewechselt“, berichtet die Langenhorsterin.

Eine neue Gastfamilie zu finden, war dank Internet kein Problem. Ihre erste Familie hatte sie über ein spezielles Internetportal gefunden. Dieses Mal klappte es über eine Facebook-Gruppe. Gastfamilie Nummer zwei lebte am Rande von Sydney. „Innerhalb von 15 Minuten waren wir in der Innenstadt und zum Strand war es auch nicht weit. Man hatte so viele Möglichkeiten“, schildert Franziska das Umfeld der australischen Metropole, wo sie sich in ihrer Freizeit mit Gleichaltrigen traf und viele Kontakte knüpfte.

Tagsüber aber kümmerte die Au-pair-Touristin sich um die drei Kinder der Gastfamilie, bereitete ihnen das Frühstück, packte den beiden Großen die Lunchboxen für die Schule, unterstützte sie am Nachmittag bei den Hausaufgaben, kochte manchmal deutsche Gerichte für die Familie und bekam Einblicke in die australische Küche. Außerdem in den Lebensunterhalt, der auf dem fünften Kontinent in etwa dreimal so teuer ist wie in Deutschland. Für Lebensmittel und Kleidung müsse man dort tief ins Portemonnaie greifen, stellte sie fest.

Insgesamt hat sich Franziska Fremann in Australien wohl gefühlt. Besonders inmitten des pulsierenden Großstadtlebens von Sydney. Zurück im beschaulichen Langenhorst vermisst sie es sogar ein wenig. „An die Ruhe hier“, sagt sie, „muss ich mich erst wieder gewöhnen. Wenn ich in Sydney aus dem Haus ging, waren da die vielen Menschen. Hier ist alles so leer.“ Trotzdem ist sie glücklich, wieder bei ihrer Familie zu sein. Doch die Zeit als Au-pair in Australien möchte sie nicht entbehren. Es war eine Erfahrung fürs Leben.

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