Großbrand fordert alle Kräfte
Feuerwehreinsatz in der Wester: Nachbarschaftshilfe von allen Seiten

Ochtrup -

Ein Großbrand auf einem Bauernhof in der Wester forderte am Freitagabend alle Kräfte der Ochtruper Feuerwehr. Auch die Nachbarn leisteten tatkräftig Unterstützung.

Sonntag, 16.08.2015, 14:08 Uhr

Vollständig in Flammen stand am Freitagabend der Altbau eines Bauernhofes in der Wester-Bauerschaft. Das Feuer schlug auch auf das Stallgebäude (links) über. Das Wohnhaus blieb unversehrt.
Vollständig in Flammen stand am Freitagabend der Altbau eines Bauernhofes in der Wester-Bauerschaft. Das Feuer schlug auch auf das Stallgebäude (links) über. Das Wohnhaus blieb unversehrt. Foto: Anne Steven

Die Freiwillige Feuerwehr Ochtrup war am Freitagabend bei einem Bauernhofbrand in der Wester-Bauerschaft im Einsatz. Ein zwischen Wohnhaus und Stallgebäude befindlicher Altbau war nach Vermutungen der Polizei durch einen Blitzeinschlag in Brand geraten. Die alarmierte Wehr rückte mit allen vier Löschzügen aus. Durch das schnelle Eingreifen der Einsatzkräfte konnte ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus verhindert werden – und auch die mehr als 200 Schweine im Stall überlebten die Brandnacht.

Anders sah es mit dem Gebäude aus. Der Dachstuhl stand in Vollbrand. „Für uns war kein Zugang mehr möglich“, berichtete Feuerwehr-Chef Andreas Leusing im Gespräch mit dieser Zeitung. Denn Teile des Daches seien bereits eingestürzt gewesen, so dass die Gefährdung für die Feuerwehrleute nicht mehr zu kalkulieren gewesen sei. Die Einsatzkräfte zogen einen Tierarzt zu Rate, der sich von außen einen Eindruck vom Zustand der mehr als 200 Jungsauen im Stall verschaffte. Diese hätten, so Leusing, alle regungslos auf dem Boden gelegen und sich nicht mehr gerührt. Zunächst wurde deshalb angenommen, dass die Tiere verendet seien. In der Nacht, als die Feuerwehr endlich das Gebäude betreten konnte, stellte sich jedoch heraus, dass die Tiere lebten. „Das habe ich so auch noch nicht erlebt“, zeigte sich Leusing erstaunt. Vermutlich retteten die Betondecke und die ebenfalls aus Beton gefertigten Stallboxen den Schweinen das Leben. Denn keines der Tiere habe Brandverletzungen aufgewiesen, teilte Leusing mit. Jedoch hatten die hohen Temperaturen von schätzungsweise 60 bis 70 Grad Celsius den Jungtieren zugesetzt. Die Feuerwehr machte sich daran, den Stall zu lüften und die Temperaturen herunter zu kühlen – immer in Absprache mit einem Tierarzt. Am frühen Morgen seien die Tiere dann aber zum Schlachter gebracht worden. „Sie haben Rauch eingeatmet. Da entwickeln sich in den nachfolgenden Tagen Lungenentzündungen und Lungenödeme“, begründete Leusing diese Maßnahme.

Ein weiteres Problem stellte die Wasserversorgung dar. „Wir hatten massiv weite Wege“, berichtete der Feuerwehrchef. Aus diesem Grund forderte die Ochtruper Wehr die Kollegen aus Gronau an, die sich mit einem Tanklöschfahrzeug (5000 Liter Wasser) sowie einem Schlauchwagen (2000 Meter Schlauch) auf den Weg in die Wester-Bauerschaft machten und so Nachbarschaftshilfe leisteten.

Bauernhofbrand in der Wester-Bauerschaft

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  • Am Freitagabend rückte die Ochtruper Feuerwehr zu einem Brand in der Wester-Bauerschaft aus. Dort stand unter anderem der Dachstuhl eines Schweinestalls in Flammen. Die mehr als 200 Schweine überlebten.

    Foto: Anne Steven
  • Am Freitagabend rückte die Ochtruper Feuerwehr zu einem Brand in der Wester-Bauerschaft aus. Dort stand unter anderem der Dachstuhl eines Schweinestalls in Flammen. Die mehr als 200 Schweine überlebten.

    Foto: Anne Steven
  • Am Freitagabend rückte die Ochtruper Feuerwehr zu einem Brand in der Wester-Bauerschaft aus. Dort stand unter anderem der Dachstuhl eines Schweinestalls in Flammen. Die mehr als 200 Schweine überlebten.

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  • Am Freitagabend rückte die Ochtruper Feuerwehr zu einem Brand in der Wester-Bauerschaft aus. Dort stand unter anderem der Dachstuhl eines Schweinestalls in Flammen. Die mehr als 200 Schweine überlebten.Weitere Bilder folgen.

    Foto: Anne Steven
  • Am Freitagabend rückte die Ochtruper Feuerwehr zu einem Brand in der Wester-Bauerschaft aus. Foto: Anne Steven
  • Am Freitagabend rückte die Ochtruper Feuerwehr zu einem Brand in der Wester-Bauerschaft aus. Foto: Anne Steven
  • Am Freitagabend rückte die Ochtruper Feuerwehr zu einem Brand in der Wester-Bauerschaft aus. Foto: Anne Steven
  • Am Freitagabend rückte die Ochtruper Feuerwehr zu einem Brand in der Wester-Bauerschaft aus. Foto: Anne Steven
  • Am Freitagabend rückte die Ochtruper Feuerwehr zu einem Brand in der Wester-Bauerschaft aus. Foto: Anne Steven
  • Am Freitagabend rückte die Ochtruper Feuerwehr zu einem Brand in der Wester-Bauerschaft aus. Foto: Anne Steven
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  • Am Freitagabend rückte die Ochtruper Feuerwehr zu einem Brand in der Wester-Bauerschaft aus. Foto: Anne Steven
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  • Am Freitagabend rückte die Ochtruper Feuerwehr zu einem Brand in der Wester-Bauerschaft aus. Foto: Anne Steven
  • Am Freitagabend rückte die Ochtruper Feuerwehr zu einem Brand in der Wester-Bauerschaft aus. Foto: Anne Steven
  • Am Freitagabend rückte die Ochtruper Feuerwehr zu einem Brand in der Wester-Bauerschaft aus. Foto: Anne Steven

Das taten auch die Bewohner der Bauerschaft. „Das haben wir so seit Jahren nicht mehr gehabt“, war Leusing voll des Lobes für das Engagement der Nachbarn. Normalerweise müsse sich die Feuerwehr selbst um ihre Verpflegung kümmern, in diesem Fall sei dies nicht notwendig gewesen. „Wir konnten uns vollständig auf unseren Einsatz konzentrieren“, zeigte sich der Feuerwehrchef beeindruckt von einer „gut funktionierenden Nachbarschaft“. Die half nicht nur in der Nacht, sondern auch am nächsten Tag, die Schäden des Brandes, die sich geschätzt auf 220 000 Euro belaufen, zu beseitigen.

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