Kinder proben für Musical-Aufführung
Das Kikeriki sitzt schon

Ochtrup -

Die Geschichten von Pettersson und Findus werden einmal in der Woche auf der Bühne des Georgsheims lebendig – als Musical. Seit April proben 32 Kinder für ihren großen Auftritt, der voraussichtlich Ende November sein wird. Wenn bis dahin alle Texte sitzen.

Freitag, 04.09.2015, 15:09 Uhr

Konzentriert bei der Sache: Wöchentlich proben die jungen Musical-Darsteller im Saal des Georgsheims. Die Premiere ist für Ende November geplant.
Konzentriert bei der Sache: Wöchentlich proben die jungen Musical-Darsteller im Saal des Georgsheims. Die Premiere ist für Ende November geplant. Foto: Jonas Katerkamp

Nachmittags im Saal des Georgsheims. Auf den ersten Blick mag die Probenarbeit zu „Pettersson und Findus“ noch eher an geordnetes Chaos als an ein fertiges Bühnenstück erinnern. Doch Dr. Ulrike Hocke-Kalbfleisch und Tanja Konermann, die die bekannten Geschichten vom schwedischen Kinderbuchautor Sven Nordqvist als Musical auf die Bühne bringen wollen, haben die muntere Truppe gut im Griff: Ein Klatschzeichen und alle gehen auf ihre Positionen.

„Ich hoffe, ihr könnt die Texte. Lippen dabei bitte deutlich bewegen“, dirigiert Hocke-Kalbfleisch und drückt den Startknopf am CD-Player. Eifrig wie sie sind, haben die jungen Darsteller ihre Hausaufgaben gemacht und singen das erste Stück aus Nordqvists Liederbuch nahezu fehlerfrei. Zur Not steht Hocke-Kalbfleisch mit ihrem dicken Regiebuch bereit und hilft als Souffleuse aus. „Super, Szene zwei“, klatscht sie am Ende des Liedes in die Hände. Und die jungen Akteure wuseln wieder los.

Seit Ende April treffen sich die insgesamt 32 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren einmal pro Woche zur Probe im Georgsheim. Auch wenn es beim Text der späteren Szenen manchmal noch hapert, machen die Darsteller ihre Sache schon richtig gut. „Der große Brocken kommt nächste Woche. Dann fangen wir an, die Kulissen zu bauen“, erzählt Hocke-Kalbfleisch. Sie freut sich, dass die Kinder mit so viel Spaß bei der Sache sind und das Stück durch spontane Einfälle bereichern: „Das ist das Schöne und auch unser eigentliches Ziel bei der Sache.“

Auf der Bühne fehlen derweil ein paar Hühner. Es soll nämlich der Auftritt von Caruso, dem stolzen Hahn und jüngstem Bewohner von Petterssons Hühnerhof, geprobt werden. In Nordqvists Geschichten verdreht der Neuankömmling mit seinem prächtigen Federkleid allen Hennen den Kopf, während er Findus mit seinem Geschrei auf die Nerven geht. „Der Hahn ist gut“, applaudiert Hocke-Kalbfleisch wenig später der jungen Caruso-Darstellerin und kann sich – angesichts der äußerst überzeugend-gespielten Kikeriki-Rufe – ein Lachen nicht ganz verkneifen.

Von Lampenfieber ist bei den Kindern derweil noch nichts zu spüren – von der allgemeinen Aufregung um den Probenbesuch mal abgesehen. „Das kommt dann meistens kurz vor der Aufführung“, weiß Hocke-Kalbfleisch und muss erneut schmunzeln.

Ein Termin für die Premiere lässt allerdings noch auf sich warten. „Wahrscheinlich erst Ende November, wenn nicht sogar noch später“, schätzt die Organisatorin. Eigentlich war die Aufführung noch vor den Herbstferien geplant. „Das soll richtig gut und nicht einfach hingeklatscht wirken“, begründet Hocke-Kalbfleisch die Verschiebung. „Dafür reicht es nun mal nicht, einmal die Woche zu proben.“

Apropos Zeitmangel: Auch die gut eineinhalb Stunden Probenzeit neigen sich inzwischen dem Ende zu. Hocke-Kalbfleisch lässt deshalb die kommenden Szenen aus und springt direkt zum großen Finale. Nachdem die Kinder auch diesen letzten Auftritt erfolgreich gemeistert haben, erwartet sie eine kleine Belohnung. Was gäbe es in den Augen der kleinen Nachwuchsdarsteller für eine bessere Gage als ein Tütchen Süßigkeiten?

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