Ersatzteillogistik für Agrarmaschinenfabrik
TGL hilft rund um den Globus

Ochtrup -

Wenn in diesen Tagen die Maisernte endet, liegt die erste Bewährungsprobe hinter den Fachleuten von Nellen und Quack/The Green Line. Das Logistikunternehmen mit Sitz im Weinerpark kümmert sich seit dieser Erntesaison um die Ersatzteillogistik des Agrarmaschinenherstellers Kemper in Stadtlohn. Das bedeutet schnellen und weltweiten Versand.

Freitag, 30.10.2015, 16:10 Uhr

Jedes Teil einzeln: An acht eigens für die Firma Kemper eingerichteten Stationen verpacken Joschka Kraus und seine Kollegen die Ersatzteile für den Versand – vom Kleinteil bis zur riesigen Schnecke für Maishäcksler.
Jedes Teil einzeln: An acht eigens für die Firma Kemper eingerichteten Stationen verpacken Joschka Kraus und seine Kollegen die Ersatzteile für den Versand – vom Kleinteil bis zur riesigen Schnecke für Maishäcksler. Foto: Anne Eckrodt

Wie es aussieht, wenn die Maisernte in vollem Gange ist, war in den vergangenen Wochen überall rund um Ochtrup zu beobachten. Was aber, wenn plötzlich eine Maschine kaputt geht? Wenn ein Ersatzteil her muss? Lange Pausen mit stillstehenden Geräten sind teuer. Jedem Landwirt ist daher an einer schnellen Lösung des Problems gelegen. Für die sorgt das Unternehmen Nellen und Quack/The Green Line (TGL) – zumindest, wenn es sich um Kunden der zum John-Deere-Konzern gehörenden Agrarmaschinenfabrik Kemper aus Stadtlohn handelt.

Die TGL-Fachleute kümmern sich vom Firmenstandort im Weinerpark aus um die weltweite Ersatzteillogistik für Kemper. Und wenn in diesen Tagen die Maisernte endet, liegt hinter Michael Schweisfurth , Chef des TGL-Logistikbereichs in Ochtrup, und seinen Kollegen die erste Saison, in der sich zeigen musste, ob das, was sie am grünen Tisch geplant haben, in der Praxis funktioniert. Und das tut es, wie Schweisfurth nicht ohne Stolz in einem ersten Fazit deutlich macht: „Wir haben eine Termintreue von über 99 Prozent.“

Ob kleine oder große Ersatzteile – im Bild eine sogenannte Schnecke für einen Maishäcksler – im TGL-Logistikzentrum werden täglich rund 5000 Artikel auf die Reise geschickt.

Ob kleine oder große Ersatzteile – im Bild eine sogenannte Schnecke für einen Maishäcksler – im TGL-Logistikzentrum werden täglich rund 5000 Artikel auf die Reise geschickt. Foto: Anne Eckrodt

Mehr als 7500 unterschiedliche Artikel – wohlgemerkt: nicht Teile – der Maschinenfabrik Kemper lagern bei TGL. Dafür sind in einer der beiden Hallen alleine sechs Hochregallager sowie acht Verpackungsstationen reserviert. „Wir haben für den Kunden auch einen eigenen Tischlereibetrieb aufgebaut, um spezielle Versandboxen aus Holz anfertigen zu können“, erzählt Schweisfurth. Trifft ein Hilferuf von irgendwo auf der Welt in dem Unternehmen in Stadtlohn ein, werden die Informationen über eine automatische Schnittstelle direkt in das System des Ochtruper Logistikdienstleisters weitergeleitet. Ob eine einzelne kleine Unterlegscheibe oder eine riesige sogenannte Schnecke zum Maishäckseln – alles ist mit einem Barcode versehen und lässt sich so innerhalb kürzester Zeit in einem der 11,5 Meter hohen Regale finden und per Paketdienst, Spedition oder Luftfracht auf die Reise schicken. Wenn es sein muss, auch ans andere Ende der Welt. 5000 Kemper-Artikel verlassen auf diese Weise täglich das TGL-Gelände. Und dabei ist die Stadtlohner Agrarmaschinenfabrik nur einer von 25 Kunden. „Wir haben aktuell hier in Ochtrup eine Gesamtauslastung von 80 Prozent. Das ist ein sehr gesundes Verhältnis“, sagt Axel Wienandts , geschäftsführender Gesellschafter von Nellen und Quack/The Green Line.

Das Familienunternehmen mit Stammsitz in Gronau hat – wie berichtet – im vergangenen Jahr die bundesweite Ausschreibung für die Ersatzteillogistik der Firma Kemper für sich entschieden. Wienandts: „Dabei dürfte auch die räumliche Nähe eine Rolle gespielt haben.“ Diese habe sich, soviel lasse sich nach einer Erntesaison bereits sagen, jetzt schon ausgezahlt. „Dadurch waren viele persönliche Abstimmungsgespräche möglich“, so Wienandts.

Den Startschuss hat TGL ganz bewusst auf den November 2014 gelegt, als die Erntesaison beendet war. Dadurch, dass die Ersatzteile in die ganze Welt geliefert werden, musste bereits im Frühjahr 2015 alles reibungslos laufen. Denn auf der Südhalbkugel beginnt die Erntezeit im März. Kümmerten sich anfangs zehn Mitarbeiter ausschließlich um die Kemper-Aufträge, sind es inzwischen in der Hochsaison 35 – zum Vergleich: Außerhalb der Erntezeit gehören 35 bis 40 Mitarbeiter zur TGL-Kernmannschaft. Gearbeitet wurde in den vergangenen Monaten täglich von 6 bis 22 Uhr, auch samstags und sonntags. „Die Landwirte kommen aus ganz Deutschland hierher, um sich in besonders dringenden Fälle ein Ersatzteil persönlich abzuholen“, berichtet Schweisfurth. Und wer das nicht bis 22 Uhr schafft, für den gibt es noch die „Erntekiste“. Darin wird das benötigte Teil hinterlegt und lässt sich dann – nach Eingabe eines Codes – entnehmen.

Geht es nach Wienandts und Schweisfurth, dürfen noch weitere Kunden im Bereich der Ersatzteilkommissionierung dazu kommen. Platz für eine dann erforderliche dritte Halle wäre da. Denn TGL hat sich mit dem Kauf von weiteren 50 000 Quadratern direkt am Firmengelände bereits Anfang 2015 eine Erweiterungsoption gesichert. Der Mais, der dort den Sommer über gewachsen ist, wurde vor wenigen Tagen geerntet. Übrigens ohne dass Ersatzteile für die Maschinen erforderlich waren.

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