Rockkonzert
Reanimation durch „Doc Morten“

ochtrup -

Gleich zwei Bands gaben sich am Halloween-Abend ein Stelldichein im „Freiraum“. Doch während sich „Wintermond“ schwer tat, trafen die Lokalmatadore von „Doc Morten“ auf ein begeisterungsfähiges Publikum

Montag, 02.11.2015, 00:11 Uhr

Die Bands „Doc Morten“ mit Sänger „Piwo“ (unser Bild) und „Wintermond“ rockten das Jugendcafé.
Die Bands „Doc Morten“ mit Sänger „Piwo“ (unser Bild) und „Wintermond“ rockten das Jugendcafé. Foto: Stascheit

Es dauerte eine ganze Weile, bis sich die rockbegeisterten Musikfans am Samstagabend ins Jugendcafé Freiraum verirrten, um sich „Gothic Rock“ und „Horror-Punk“ zu widmen. Hinter den Kulissen blieb den Musikern der Band „ Wintermond “ somit genügend Zeit, um sich in ihre schwarzen mit Nieten bestückten Jacken zu werfen, die ergänzt mit dunklen Handmanschetten und entsprechender Schminke das für die „Schwarze Szene“ typische Flair auf die Bühne brachten. Als sich dann gegen 21.15 Uhr gut zwei Dutzend interessierte Zuhörer in dem Jugendkulturzentrum einfanden, die dessen eigentlicher Zielgruppe oftmals schon entwachsen sein dürften, legte die Formation um den Ochtruper Sänger „Didic“ und Frontfrau „Gabrielle“ los.

Sie nehmen das Publikum mit auf eine Reise in die Geisterwelt, ins Reich der Toten und singen über Freud und Leid eines Vampirs. Diese dürften – so scheint es – dominiert sein von übersteuerten E-Gitarren und eindringlichen Bassdröhnungen, verdrängen sie die Texte der beiden Sänger doch meistens ins Unverständliche. Dem allgemeinen Klangbild fügt dies allerdings keinen Schaden zu. Im Gegenteil: Sängerin Gabrielle durchbricht mit ihrer melancholischen Stimme zwar mehrere Oktaven, hat aber insbesondere in höheren Gefilden deutliche Probleme mit ihrer Kehlkopfstimme. Den ohnehin oftmals von langgezogenen Vokalen dominierten Melodien ist sie nicht immer gewachsen.

In den gemeinsamen Passagen mit ihrem männlichen Gegenpol läuft es dem Publikum kalt den Rücken runter – was nicht unbedingt an den Monstern, Zombies und Mumien gelegen haben muss, die sich mittlerweile unter das Publikum gemischt haben. Nur selten werden sie von den Zuhörern mit verhaltenem Applaus honoriert.

Nach einer Stunde machen sie die Bühne frei für die Lokalmatadoren von „ Doc Morten “. Seit einem Jahr probt diese Formation mit Ochtruper und Wettringer Musikern im Kellergewölbe des Georgsheims und lockt bereits während des Bühnenumbaus deutlich mehr Zuhörer ins Jugendcafé. Die Musiker verbinden den typischen Punkrock mit dem Klangbild des Rockabilly, orientieren sich musikalisch an den „Misfits“, die in den 80er-Jahren Welterfolge feierten und als Begründer dieses Genres gelten. Dabei überzeugen die beiden Ausnahmegitarristen „Krüpke“ und „Kort“mit markigen Gitarrenriffs. Sie bekommen in ihren Stücken genügend Spielraum, um ihre Künste virtuos zu entfalten. Gemeinsam mit Bassist „ Nick Lush “ und Schlagzeuger „Rainer van Dee“ heizen sie dem Publikum kräftig ein, das sich mit vollem Körpereinsatz auf den rockigen Sound einlässt.

Sänger „Piwo“ genießt dieses intime Club-Feeling in vollen Zügen, interagiert immer wieder mit dem Publikum. Seine Stimme passt perfekt zum Sound der Band und harmoniert ideal mit denen der übrigen Bandmitglieder, die ihn in den Refrains unterstützen. Mit ihren oftmals makabren Texten von Songs wie „Haunted Hill“ oder „Freddy – Steady – Go“ begeistern Sie die Zuhörer restlos. Nach einer halben Stunde sind alle Songs der jungen Band gespielt. Zu zwei Zugaben lassen sie sich hinreißen, der erste Titel wird einfach wiederholt. Dann verschwinden die blutigen Ärztekittel und Monstermasken wieder hinter der Bühne in dieser Nacht der Zombies und Vampire.

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