Modellflieger machen mobil
100 Meter Flughöhe reichen nicht

Ochtrup -

Bernd Ahlmann ärgert sich. „Dann kann ich das Hobby an den Nagel hängen“, so die Reaktion des Vorsitzenden der Modellfluggemeinschaft Milan auf die Pläne von Verkehrsminister Alexander Dobrindt. Dieser will Höhenflüge von Modellfliegern einschränken.

Mittwoch, 04.05.2016, 06:05 Uhr

Auch Modell-Segelflieger brauchen Thermik: Diese Binsenweisheit kennt der Vorsitzende der Modellfluggemeinschaft Milan, Bernd Ahlmann. Allein, um nur in den Bereich dieser Auftriebs-Strömungen zu kommen, müssen die Flugzeuge schon 70 bis 80 Meter hoch fliegen.
Auch Modell-Segelflieger brauchen Thermik: Diese Binsenweisheit kennt der Vorsitzende der Modellfluggemeinschaft Milan, Bernd Ahlmann. Allein, um nur in den Bereich dieser Auftriebs-Strömungen zu kommen, müssen die Flugzeuge schon 70 bis 80 Meter hoch fliegen. Foto: Anne Steven

„Am weitesten sieht, wer am höchsten fliegt“, so lautet ein Sprichwort. Doch den Modellfliegern stößt diese Weisheit aktuell bitter auf, denn ihre Höhenflüge sollen nach dem Willen von Verkehrsminister Alexander Dobrindt eingeschränkt werden. Auch die Ochtruper Modellflieger hätten damit ein Problem.

Flugrichtlinien

„Dann kann ich das Hobby an den Nagel hängen“, macht der Vorsitzende der Modellfluggemeinschaft Milan , Bernd Ahlmann , deutlich. Seiner Ansicht nach – und das sei auch die Meinung der anderen 44 Vereinsmitglieder – reichten die Bestimmungen der aktuellen Flugrichtlinien vollkommen aus. „Die Luftverkehrsordnung ist absolut eindeutig“, findet Ahlmann. Der 72-Jährige ist seit 45 Jahren im Verein und kennt sich entsprechend aus. Die zur Diskussion stehenden Drohnen seien an sich ein Fluggerät für jedermann. „Nur die Spielregeln werden nicht beachtet“, ärgert sich Ahlmann über das Unwissen vieler Drohnen-Piloten, die beispielsweise nicht wüssten, dass es verboten ist, über Wohngebieten zu fliegen.

Es besteht die Möglichkeit, für drei Monate eine kostenlose Probemitgliedschaft abzuschließen.

Bernd Ahlmann

Eine Beschränkung auf 100 Meter Flughöhe hält Ahlmann für wenig sinnvoll. Ohnehin müssten die Modellflugzeuge immer in Sichthöhe bleiben, um sicher gesteuert werden zu können. „Wenn das Flugzeug so hoch ist, dass ich nicht mehr erkennen kann, ob es auf mich zukommt oder von mir weg fliegt, wird es schwierig, das Modell überhaupt noch zu steuern“, erklärt der Modellflieger das Problem.

Die Fluggemeinschaft Milan hat ihren Flugplatz in der Weiner-Bauerschaft, gleich hinter dem Gelände des FC Schwarz-Weiß Weiner. 7500 Quadratmeter stehen den Vereinsmitgliedern dort zur Verfügung. Doch auch auf dem Vereinsgelände steht die Sicherheit an oberster Stelle. Zahlreiche Hinweisschilder erinnern die Modellflieger an ihre Pflichten. Fliegen dürften sowieso nur Vereinsmitglieder, denn nur diese sind über den Deutschen Modellflieger-Verband versichert. „Es besteht die Möglichkeit, für drei Monate eine kostenlose Probemitgliedschaft abzuschließen. Dann können Neulinge ausprobieren, ob der Modellflug etwas für sie ist“, nennt Ahlmann eine Ausnahme.

Drohnen

Er sieht das Problem vor allem in der mangelnden Information. „Früher hat man sich einen Baukasten mit Bauplan gekauft und das Flugzeug selbst nach und nach zusammengebaut. Heute liegen die Drohnen einfach unterm Weihnachtsbaum“, weiß der 72-Jährige. In den Bedienungsanleitungen würden die Hersteller zudem kein Wort über irgendwelche Luftfahrtbestimmungen verlieren. Auch der Hinweis, dass jeder Modellflieger eine entsprechende Versicherung benötige, fehle schlichtweg. „Und der Gesetzgeber muss darauf achten, dass diese Richtlinien auch eingehalten werden“, ist die Meinung Ahlmanns.

Auch in der Modellfluggemeinschaft Milan sind einige Drohnenbesitzer unter den Vereinsmitgliedern. Ein Problem sei das aber nicht, betont Ahlmann. „Wir akzeptieren das, solange sich die Mitglieder an die Spielregeln halten. Und das tun sie bei uns im Verein.“

Technik beherrschen

Der Vorsitzende weiß auch, dass der Einsatz von Drohnen nicht grundsätzlich schlecht ist. Denke man beispielsweise an Medikamentenlieferungen in entlegene Gebiete, an Polizeieinsätze oder an Dachdecker, die Drohnen ebenfalls nutzen. Aber: „Man muss es beherrschen. Das ist das A und O“, betont der 72-Jährige.

Auch sein Verein beteiligt sich an der Aktion des Deutschen Modellflieger-Verbandes „Hände weg von meinem Hobby“, mit der die Modellflieger gegen das Vorhaben des Verkehrsministers mobil machen.

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