Kulturrucksack
Kinder aus Flüchtlingsfamilien lernen das Töpfern

ochtrup -

Ihrer Kreativität freien Lauf lassen durften jetzt zahlreiche Flüchtlingskinder bei einer Aktion des Jugendcafés Freiraum. Sie probierten im Rahmen des Kulturrucksacks das Töpferhandwerk aus.

Samstag, 18.06.2016, 06:06 Uhr

Keramikerin Tanja Withut erklärt den jungen Flüchtlingen die Grundbegriffe des Töpferns – und hilft dabei, Motive umzusetzen.
Keramikerin Tanja Withut erklärt den jungen Flüchtlingen die Grundbegriffe des Töpferns – und hilft dabei, Motive umzusetzen. Foto: Irmgard Tappe

Ein Klumpen Ton, etwas Wasser und viel Spaß an der Sache – mehr ist nicht notwendig, um Kinder für das Töpfern zu begeistern. „Töpfern mit Kindern aus Flüchtlingsfamilien “ ist an diesem Freitagnachmittag in der Scheune des Töpfereimuseums angesagt. „Das ist eine gemeinsame Aktion mit dem Jugendcafé Freiraum im Rahmen des Kulturrucksack-Projektes“, sagt Christa Holtmannspötter vom Team des Töpfereimuseums.

Bevor es losgeht, heißt es: Aufgepasst, was die Keramikerin Tanja Withut zu sagen hat. Sie erklärt den Jungen und Mädchen einige Grundlagen, die es beim Arbeiten mit Ton zu beachten gilt.

„Und jetzt seid ihr an der Reihe. Einfach versuchen“, fordert Withut die anwesenden Kinder auf, Materialerfahrung zu sammeln.

„Ich habe schon mal getöpfert. Das war im Kunstunterricht“, erzählt die elfjährige Sibal, während sie ihren Tonklumpen anfeuchtet und zu einer rechteckigen Fläche ausrollt. Auch die anderen beiden Mädchen an der Arbeitsplatte sind in ihre Tonklumpen vertieft. „Na, wie klappt es denn bei euch?“, meint Givara Hesso und gibt noch ein paar Tipps. Der bildende Künstler leitet diese zweiteilige Kulturrucksack-Aktion. „Den Kindern macht es viel Freude, kreativ zu sein. Das war auch schon am vergangenen Freitag so, als wir im Café Freiraum gemalt haben “, berichtet Hesso.

Während die drei Mädchen noch überlegen, was sie denn wohl töpfern könnten, hat Jano vom Nebentisch eine Idee. „Ich töpfere ein Gesicht“, entscheidet er und beginnt zu modellieren. Nase, Augen, Mund – alles arbeitet der 13-Jährige sorgfältig heraus, um dem Gesicht Ausdruck zu verleihen. „Ich werde mal eine Tasse versuchen“, überlegt derweil sein Tischnachbar Roni.

Gerade gesellt sich Jörg Eßlage zu der töpfernden Gruppe. „Uns ist es ein Anliegen, im Zuge des Kulturrucksackprojektes auch Kinder aus geflüchteten Familien mit ins Boot zu holen“, beschreibt der Sozialarbeiter des Jugendcafés Freiraum die Idee. Mit der Aktion möchten die Initiatoren dazu beitragen, dass sich die Kinder wohlfühlen und ihre neue Heimat spielerisch erleben, nennt Eßlage einen weiteren Nebeneffekt.

Die Werke der jungen Künstler nehmen Formen an. Am Mädchentisch sehen lustige Figuren ihrer Vollendung entgegen. Und Roni hat sich umentschieden: „Ich töpfere zuerst einen Brunnen, Die Tasse mach‘ ich später“, meint er und grinst spitzbübisch.

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