Landwirtschaft
Entscheidung für die Landwirtschaft

Ochtrup -

Stefanie Feldhues will den elterlichen Hof fortführen – und ist jetzt ausgebildete Agrarbetriebswirtin. Schon von Kindesbeinen an stand der Berufswunsch fest, den sich die junge Frau aus der Weiner nun erfüllte.

Montag, 25.07.2016, 06:07 Uhr

In Turnschuhen fürs Zeitungsfoto: Stefanie Feldhues mit den Ammenkühen und Kälbern.
In Turnschuhen fürs Zeitungsfoto: Stefanie Feldhues mit den Ammenkühen und Kälbern. Foto: Martin Fahlbusch

Dass das mal klar ist: Stefanie Feldhues steht mit ihren 25 Jahren mit beiden Beinen fest auf der Wiese. Ihre Füße stecken zwar ausnahmsweise in lockeren Turnschuhen, aber das ist auch nicht die Arbeitskleidung einer Landwirtin, Pardon, einer staatlich geprüften Agrarbetriebswirtin – so viel Zeit muss sein.

Für einige Fotos auf dem elterlichen Hof in der Weiner ist sie wacker, aber vorsichtig auf die Wiese mit den Ammenkühen gestapft, auf der derzeit einige niedliche Kälber grasen. „Ein Bild mit Nachwuchs Lotta wäre doch ganz nett“, hat Stefanie vorher entschieden. Nur Lotta will nicht so recht als Modell herhalten. Mit der sprichwörtlichen Geduld und Trick 17, nämlich einem Eimer mit Mais, landet das gewünschte Foto dann doch im Kasten. Gelernt ist eben gelernt.

Und das kann man bei der jungen Frau wirklich behaupten. Nach der mittleren Reife folgten drei Jahre landwirtschaftliche Berufsschule in Münster und Lehrzeiten auf drei Ausbildungshöfen in Epe , Ochtrup und Schöppingen. Anschließend machte die nunmehr landwirtschaftliche Gesellin ein vollständiges Praxisjahr in einem Agrarbetrieb, um dann wieder zwei Jahre die Schulbänke der Landwirtschaftlichen Fachschule in Borken zu drücken. Lohn für Interesse, Geduld und Leidenschaft war dann die erwähnte Urkunde.

Mittlerweile arbeitet Stefanie Feldhues wieder im elterlichen Betrieb in der Weiner – und da dreht sich vieles um Schweine. „Aber heutzutage einfach in einen Ferkel- oder Maststall reinzumarschieren, das geht schon lange nicht mehr. Hygienebestimmungen und tierärztliche Verordnungen stehen beispielsweise derartigen Spontan-Fotos für die Zeitung entgegen“, erläutert die 25-Jährige. Die Aufzucht von verwaisten Kälbern mit Ammenkühen laufe hier nur so nebenbei – man kann fast sagen als familiäres Steckenpferd. „Ich denke, wir sind mit Ferkelproduktion, Aufzucht sowie Ferlen- und Bullenmast ganz gut aufgestellt“, analysiert die Agrarfachfrau.

„Als die anderen auf der Realschule sich ewig einen Kopp gemacht haben, was sie denn beruflich demnächst so machen wollen, war für mich längst schon entschieden, dass es die Landwirtschaft wird“, erzählt sie am Tisch auf der Tenne. Und man merkt sofort, was sie sich in den Kopf gesetzt hat und machen möchte, das versucht Stefanie Feldhues auch.

Und keine Angst: Sie steckt nicht nur im Schweinestall oder im Büro und studiert in der übrigen Zeit das Landwirtschaftliche Wochenblatt. Es gibt ein Leben neben den Schweinen. Da sind die Landjugend und ihr Freund, der auch aus der Branche kommt und manchmal technische Hilfe leistet. Die junge Frau spielt mitunter plattdeutsches Theater und gefeiert wird natürlich auch. „Aber montags ist zwischen vier und fünf die Nacht vorbei, wenn wir die Tiere zum Schlachthof fahren“, merkt Stefanie Feldhues an. Den langen Tieranhänger kutschiert und parkt sie locker ein. Gelernt ist gelernt.

„Man muss in unserem Beruf am Ball bleiben, schauen, wie sich der Markt entwickelt, und wo es wirklich verwertbare Neuerungen gibt. Mittlerweile richten wir uns ja auch nach der Wetter-App“, schmunzelt sie. Die Kooperation mit ihrer Mutter Hiltrud und Vater Heinz klappt ordentlich. „Für uns ist Steffi mehr als eine Hilfe. Sie soll und wird den Laden mal führen. Das Zeug dazu hat sie allemal“, sagt der Vater trocken. „Na ja, natürlich knirscht es schon mal, aber vernünftige Leute bringen meistens gemeinsam Vernünftiges zusammen“, weiß die junge Landwirtin. Was Vernünftiges macht auch ihre Schwester Lena, die in Altenberge eine Ausbildung als Bauzeichnerin macht.

„Mein Beruf ist vielfältig – egal ob im Stall, im Büro oder auf den Feldern.“ Ach ja, Trecker fahren kann sie natürlich auch. „Aber da will ich nicht mit auftrumpfen. Das können andere noch besser – und dann wäre es mir doch ein wenig zu viel Klischee“, sagt Steffi Feldhues. Dann verabschiedet sie sich freundlich und stapft in ihren Turnschuhen über den festen Boden des Innenhofs in Richtung Stallgebäude.

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