Zu Besuch im Bienenhaus
In Afrika arbeiten Imker ganz anders als in Europa

OchtruP -

Normalerweise lernen die Besucher der Villa Bienenstich etwas von den Imkern, die dort über das Leben der Bienen und die Imkerei informieren. Am Sonntag lernte Imker Hermann Heinendirk auch etwas über die Honiggewinnung in Afrika.

Dienstag, 16.08.2016, 15:08 Uhr

Austausch: Zufällig schauen Dr. Ahmed Hag (M.) und sein Vater Hussein (r.) bei Imker Hermann Heinendirk in der Villa Bienenstich vorbei. Dabei lernen die beiden Afrikaner etwas über die Imkerei in Deutschland und Heinendirk über die Methoden in Dschibuti.
Austausch: Zufällig schauen Dr. Ahmed Hag (M.) und sein Vater Hussein (r.) bei Imker Hermann Heinendirk in der Villa Bienenstich vorbei. Dabei lernen die beiden Afrikaner etwas über die Imkerei in Deutschland und Heinendirk über die Methoden in Dschibuti. Foto: mfa

Hermann Heinendirk lächelt zufrieden. Eigentlich hat der Imker bei seinem Dienst in der Villa Bienenstich am Sonntag kaum mit Besuchern gerechnet. Zwei kommen aber doch. Und die sind besonders wissbegierig.

Es dauert eine Weile, bis die Erläuterungen des Wanderimkers ins Arabische übersetzt sind. Dr. Ahmed Hag arbeitet seit Beginn des Jahres als Arzt im Ochtruper Pius-Hospital und hat derzeit Besuch von seinem Vater Hussein. Die beiden stammen aus dem ostafrikanischen Staat Dschibuti an der Ostküste Afrikas . Ahmed Hag will seinem Vater an diesem Tag den Ort zeigen und schlendert mit durch den Ochtruper Stadtpark, als er das Hinweisschild des Imkervereins entdeckt.

Bienen werden vor allem in den ostafrikanischen Staaten nicht wie in Westeuropa gezüchtet, sondern wilde Schwärme werde eingefangen und danach in Kunstnester gesetzt, die aus Baumrinde oder ausgehöhlten Stämmen gebaut sind. Mit langen Stangen bringen die Imker diese dann in Baumkronen aus.

Von daher ist das, was der Ochtruper Imker den beiden Afrikanern zeigt und erläutert, für sie höchst interessant und deutlich anders als in Dschibuti. Wobei dort wie hier das Interesse dem schmackhaften Honig gilt.

Während die Imker in Afrika auf die reichlich umherschwirrende Nutzinsektenvielfalt setzen, muss in europäischen Gefilden eine gute Honigernte ordentlich vorbereitet und die Voraussetzungen müssen in Bienenstöcken mit unterschiedlichen Völkern erst geschaffen werden.

Und das, was der Imkerverein in und rund um die Villa Bienenstich aufgebaut, zusammengetragen und aufbereitet hat, ist geradezu ideal für den kontinentalen Vergleich zwischen Ostafrika und Westeuropa. „Was wir den Bienen an Honig wegnehmen, ersetzen wir – beispielsweise durch einen speziellen Glukosesirup“, betont Hermann Heinendirk und unterstreicht damit die Hege- und Pflegeabsichten der Imkerei , wie sie hierzulande vor allen Dingen von vielen Hobbyimkern betrieben wird. Er weist aber auch darauf hin, dass das Angebot an Blütenreichtum und Pollen in unserer Gegend längst nicht mehr so reichhaltig sei wie früher. Der Ochtruper weiß, wovon er spricht, denn er zieht als Wanderimker beruflich mit seinen weit über 100 Bienenvölkern viele hundert Kilometer weit kreuz und quer durch Deutschland, immer auf der Suche nach dem besten Pollen. „Mit den paar Obstbäumen, dem Blumen-, Weiden- oder Rapsangebot bei uns kommt man nämlich nicht weit“, sagt er, als sich Hussein und Ahmed Hag verabschieden.

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