48-jähriger Fahrlehrer vor Gericht
Eindeutiger Klaps auf den Po

 Ochtrup/Rheine -

Weil er seine Fahrschülerin belästigt haben soll, muss ein 48-jähriger Ochtruper nun Schmerzensgeld zahlen. Am Donnerstag fand die Verhandlung statt.

Freitag, 19.08.2016, 09:08 Uhr

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Symbolbild  Foto: dpa

Weil ein 48-jähriger Fahrlehrer aus Ochtrup zwischen Februar und Mai 2015 während der Fahrstunden in Rheine eine 18-jährige Schülerin über ihre Sexualpraktiken befragt und angedeutet haben soll, diese mit ihr praktizieren zu wollen, erhielt er jetzt einen Strafbefehl wegen Beleidigung in Höhe von 500 Euro bei 20 Tagessätzen à 25 Euro. Dagegen legte er über einen Rechtsanwalt Widerspruch ein.

Die Staatsanwaltschaft warf ihm außerdem vor, der Fahrschülerin beim Aussteigen einen Klaps auf den Po gegeben und sie an Armen und Beinen gestreichelt zu haben. Am Ende wurde das Verfahren gegen ein Schmerzensgeld für die Geschädigte in Höhe von 500 Euro, zahlbar innerhalb von sechs Monaten, eingestellt. Zusätzlich muss der inzwischen arbeitslose Fahrlehrer die Kosten der Nebenklage, seine eigenen Anwalts- sowie die Gerichtskosten tragen. Vorbestraft war er nicht.

„Lockere Art" beim Fahrunterricht

Dem Richter war es wichtig, der jungen Frau das Schmerzensgeld, das zuvor als Strafgeld ausgewiesen war, zukommen zu lassen. Damit erklärte sich die Staatsanwaltschaft bereit, der Angeklagte sehr zögerlich.

Sein Anwalt fasste zunächst zusammen, dass sein Mandant eine „lockere Art der Vermittlung von Fahrstunden“ habe. Im Rahmen der Prüfungsvorbereitung habe er ihr einen Klaps gegeben, der heißen sollte: „Du schaffst es.“ Daraus sexuelle Handlungen abzuleiten, sei frei erfunden, fuhr der Verteidiger fort und stellte den Verdacht in den Raum, dass die Fahrschülerin auf diese Weise ihr Führerscheinkonto auffüllen wolle.

Komplimente - "keine Anmache"

Allerdings überzeugte die Aussage der inzwischen 19-jährigen Zeugin das Gericht mehr. Die junge Frau berichtete, dass der Fahrlehrer über sehr obszöne Vorstellungen von Sexualpraktiken aus dem Film „Fifty Shades of Grey“ erzählt habe. So wolle er es auch mit ihr machen und dabei ihre schönen langen Haare festhalten. Mehrfach hätte er in die offenen Stellen ihrer Jeans am Oberschenkel gegriffen und gefragt, ob sie ihre Beine rasiere. Der Angeklagte sagte dazu: „Ich bin ein neugieriger Mensch und will wissen, wie andere über solche Filme denken.“ Er habe ihr gesagt, „dass sie eine Hübsche ist, aber das ist ja keine Anmache“, betonte er. Sie hätten viel gelacht in den Fahrstunden. Er habe nicht bemerkt, dass sie das nicht wollte. Bewusste Berührungen bestritt er.

Die Schülerin berichtete weiter, dass der Fahrlehrer sie in jeder Stunde „zugetextet“ habe. Zuletzt habe er gesagt, dass sie prüfungsreif sei, er sie aber noch nicht anmelden wolle, weil sie sich dann nicht mehr sähen. Nach dem „eindeutigen Klaps auf den Po“ sei sie in Urlaub gefahren und habe sofort eine Nachricht bekommen: „Ich denke an dich.“ Deswegen hätte sie sich nach langem Zögern im Urlaub ihren Eltern anvertraut, die sofort Anzeige erstatteten. Im Gespräch mit anderen Fahrschülerinnen hätte sich herausgestellt, dass er auch mit denen ähnlich intim gesprochen habe.

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