Vortrag: Um eine Patientenverfügung kümmern
Rechtzeitig Gedanken machen über den Fall der Fälle

Ochtrup -

Das Interesse war groß, als der ehemalige Richter Klaus Wigger jetzt im Businesscenter der Volksbank zum Thema Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht referierte. Die von der SPD-Seniorengruppe „Aktiv in Ochtrup“ federführend durch Paul Wessling ausgerichtete Veranstaltung war mit deutlich über 100 Besuchern vollständig ausgebucht.

Mittwoch, 16.11.2016, 10:11 Uhr

Klaus Wigger war früher Richter. Er informierte die SPD-Senioren über das Thema Patientenverfügung.
Klaus Wigger war früher Richter. Er informierte die SPD-Senioren über das Thema Patientenverfügung. Foto: Juergen Ultee

Wigger erläuterte mit großer Sachkenntnis und zugleich verständlich die Möglichkeit der Selbstbestimmung eines Menschen an seinem Lebensende. In einem Pressebericht wird er zitiert mit: „Im Grundgesetz verankert ist das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Dadurch kann der Mensch auch sein Lebensende frei gestalten.“

Doch was, wenn man dazu geistig nicht mehr in der Lage ist? Dem könne vorher mit Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung entgegengewirkt werden. Doch viele nähmen diese Möglichkeit nicht rechtzeitig wahr: „80 Prozent der im Krankenhaus befindlichen Patienten haben nichts geregelt“, erläuterte Wigger.

Eine Patientenverfügung ist demnach der vorweggenommene eigene Wille, der in Kraft tritt, wenn man sich im Krankheitsfall nicht mehr dazu äußern kann, wie mit einem verfahren werden soll. Jeder, der im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist, kann somit einen Menschen bestimmen, der im Fall der Fälle wesentliche Dinge für ihn regelt und Kontakt mit den behandelnden Ärzten aufnimmt. Für die Patientenverfügung gibt es sogar Vordrucke vom Bundesministerium für Justiz, die einem die Auslegung des eigenen Willens deutlich vereinfachen. Sinnvoll ist es auch, den Inhalt mit seinem Hausarzt abzusprechen. „Der in der Patientenverfügung erklärte Wille einer Person muss umgesetzt werden, ist also bindend“, so Wigger. Er wies jedoch nachdrücklich darauf hin, diese Verfügung rechtzeitig zu erstellen. Denn für den, der im Krankenhaus seinen Willen nicht mehr äußern kann, kommt diese Vorsorge zu spät.

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