Pflegestärkungsgesetz II
Veränderungen für den stationären Bereich

Ochtrup -

Im stationären Bereich macht sich das Pflegestärkungsgesetz II vor allem aus finanzieller Sicht bemerkbar. Denn nun gilt in jeder vollstationären Pflegeeinrichtung ein einheitlicher pflegebedingter Eigenanteil für die Pflegegrade II bis V.

Dienstag, 10.01.2017, 16:01 Uhr

Der Eigenanteil für einen Heimplatz ist nach dem neuen Pflegestärkungsgesetz II einheitlich. Der Leiter der Ochtruper Altenheime, Stephan Antfang (kl. Bild), kann dieser Maßnahme durchaus Positives abgewinnen.
Der Eigenanteil für einen Heimplatz ist nach dem neuen Pflegestärkungsgesetz II einheitlich. Der Leiter der Ochtruper Altenheime, Stephan Antfang (kl. Bild), kann dieser Maßnahme durchaus Positives abgewinnen. Foto: Peter Steffen/dpa

Der Eigenanteil steigt künftig nicht mehr mit zunehmender Pflegebedürftigkeit. „Damit wird der Platz in einem Altenheim für die unteren Pflegegrade aber teurer“, erläutert Stephan Antfang , Leiter der beiden Ochtruper Einrichtungen. So kostete beispielsweise bisher ein Heimplatz im Carl-Sonnenschein- oder Ferdinand-Tigges-Haus in Ochtrup mit der Pflegestufe I circa 2000 Euro. Nach dem neuen Gesetz, werden nun etwa 2300 Euro fällig – unabhängig vom Pflegegrad. Doch auch hier gilt die Besitzstandsregelung. Heißt: „Für Menschen, die 2016 bereits im Haus waren, zahlt die Pflegekasse den Differenzbetrag“, beruhigt Stephan Antfang.

Grundsätzlich findet er die neue Regelung gut. Ob sich das Ganze nun auch finanziell für sein Haus trage, werde die erste Abrechnung nach dem neuen System Ende Januar ergeben.

Stephan Antfang leitet die beiden Ochtruper Altenheime.

Stephan Antfang leitet die beiden Ochtruper Altenheime. Foto: Anne Eckrodt

Grundsätzlich werde es künftig für Menschen schwieriger, einen Platz im Altenheim zu bekommen, womit erneut der Grundsatz „ambulant vor stationär“ greife. Bislang sei eine Pflegestufe der „Türöffner“ gewesen. „Heute benötigen Sie mindestens den Pflegegrad III, um eine sogenannte Heimnotwendigkeitsbescheinigung zu erhalten“, erklärt Antfang. Es werde aber immer der Einzelfall berücksichtigt. Der Heimleiter empfiehlt, sich gegebenenfalls beraten zu lassen. „Die Entscheidungen werden immer mit dem notwendigen Augenmaß getroffen.“

Froh ist Stephan Antfang über den geplanten Personalzuschlag. Nach dem neuen Pflegestärkungsgesetz II darf er auf den Pflegeschlüssel für seine Häuser 6,8 Prozent aufschlagen. Ganz konkret wäre das etwa eine Vollzeitstelle mehr. „Das ist eine gute Regelung“, findet Antfang. Sie entlaste seine Kollegen und mache eine bessere Betreuung der Bewohner möglich.

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