Exkursion nach Esterwegen
Gymnasiasten besuchen Gedenkstätte

Ochtrup -

Eine Exkursion zur Gedenkstätte Esterwegen im Landkreis Emsland haben nun rund 100 Neuntklässler des Städtischen Gymnasiums unternommen. Die Fahrt stand im Rahmen des Geschichtsunterrichts zum Thema Nationalsozialismus auf dem Stundenplan.

Donnerstag, 30.03.2017, 21:03 Uhr

Neuntklässler des Ochtruper Gymnasiums an der Gedenkstätte.
Neuntklässler des Ochtruper Gymnasiums an der Gedenkstätte. Foto: Andrea Moldrickx

Die Gedenkstätte erinnert an alle 15 Emslandlager und die Opfer des Nationalsozialismus . Vor Ort vertieften die Schüler ihr Wissen zum Holocaust, heißt es in einem Pressebericht der Schule. In drei Großgruppen wurden die Jugendlichen von Historikern über das Gelände und durch die dortige Ausstellung geführt. Dabei verschafften sie sich einen Überblick über die „Spuren der Moorsoldaten”, wie sich die Inhaftierten selbst bezeichneten.

Das Konzentrationslager Esterwegen – die „Hölle am Waldesrand“ – diente der Inhaftierung von Schutzhäftlingen und ab 1937 von Strafgefangenen, schreibt die Schule weiter. Die südlichen Emslandlager wurden als Kriegsgefangenenlager verwendet. Den Schülern wurde das Leben in diesen Lagern veranschaulicht: Der Alltag der Häftlinge war durch schwere körperliche Arbeit gekennzeichnet. In Esterwegen mussten sie, nur mit einem Spaten ausgestattet, das Moor trockenlegen und innerhalb des Lagers Straßen anfertigen, einen Sportplatz und ein Freibad für die Wachleute bauen. Des Weiteren war das Leben von Straf- und Disziplinarordnung geprägt.

Das Eröffnungsreferat sowie die Lagerführung boten dem Bericht der Schule zufolge Anknüpfungspunkte an das im Unterricht erlernte Vorwissen. Durch Fragen und andere Impulse wurden die Jugendlichen in den Vortrag einbezogen. Nach dem Rundgang über das ehemalige Lagergelände hatten die Gäste die Möglichkeit, sich historisch-forschend zu betätigen, indem sie mit Hilfe eines Fragebogens verschiedene Stationen und Biografien erarbeiteten. Die Fragen deckten unter anderem die zuvor kennengelernten Aspekte zu sowjetischen Kriegsgefangenen, zur Befreiung der Kriegsgefangenenlager und zu den Toten der Emslandlager ab. „Der Besuch der Gedenkstätte ermöglichte somit den Schülern neue Einblicke und Erkenntnisse zur Errichtung, dem Leben innerhalb und der Auflösung von Konzen­trations- und Vernichtungslagern“, heißt es abschließend.

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