Abschluss der Kulturringkonzerte
Duo Theo Plath und Andrei Banciu brilliert in der Villa Winkel

Ochtrup -

Einen brillanten Abschluss der diesjährigen Konzertsaison des Kulturringes der Stadt Ochtrup bereitete das Duo Theo Plath (Fagott) und Andrei Banciu (Klavier) in der Villa Winkel.

Montag, 10.04.2017, 19:04 Uhr

Die gesamte klangliche Breite des Fagotts präsentierte Theo Plath, exzellent begleitet von Andrei Baciu am Klavier.
Die gesamte klangliche Breite des Fagotts präsentierte Theo Plath, exzellent begleitet von Andrei Baciu am Klavier. Foto: Maximilian Stascheit

Das Fagott , im Orchester häufig zur Charakterisierung melancholischer oder humoristischer Züge verwendet, führt es als Soloinstrument eher ein Dasein am Rande. Eigentlich schade, denn in einer faszinierenden Darbietung offenbarte Theo Plath , exzellent begleitet von Andrei Banciu , die gesamte klangliche Breite des Fagotts, angesiedelt zwischen voller und dunkler Tiefe und gepressten Tönen in den höchsten Lagen.

Diese Möglichkeiten wusste Carl Maria von Weber in seinem Andante e Rondo Ungarese op.35 voll zu nutzen. Kammermusikalisch in den Klavierpart eingebunden, brillierte Theo Plath virtuos.

Heute vielleicht amüsant, aber zu Beginn des 20. Jahrhunderts weniger, dass die damaligen deutsch-französischen Animositäten auch in der Kunst ihren Niederschlag fanden. Marcel Bitsch (1921 bis 2011) erhielt bei der Komposition seines Concertinos für Fagott und Orchester (Klavier) den Auftrag, viele sehr hohe Stellen einzubauen, damit deutsche Fagottisten es nicht spielen können, denn das französische Fagott (Basson) hatte in der Höhe zwei Töne mehr zur Verfügung, wie der Fagottist einleitend erklärte. Nun denn: keck, frech und kess bot das Duo dieses rasante Konzertstück.

Die Vorliebe der Franzosen für das Fagott als Soloinstrument spiegelte auch das Programm nach der Pause wieder. Zu Beginn Henri Dutilleux (1916-2013) Sarabande et Cortège. Expressive Lyrik, furiose Läufe, kurzweilig rauschte dieser Klanggenuss vorbei. Auch in der Sonate op.168 für Fagott und Klavier von Camille SaintSaens kommt die Vielseitigkeit des Instruments zum Ausdruck, schlichte eingängige Melodien, rasante Läufe, das Duo setzte mit diesem Klassiker der Fagottliteratur einen meisterhaften Schlusspunkt.

Nicht nur als Begleiter profilierte sich Andrei Banciu. Philosophisch, tiefsinnig die Interpretation des „Vallée d’Obermann“ von Franz Liszt, virtuos hingefegt der rasante Mittelteil. Zwei Nocturnes von Frédéric Chopin (b-Mollop.9/1; Des-Dur op. 27/2) ließen dem Lyriker Andrei Banciu breiten Spielraum. Eine Besonderheit in der Zugabe: der Fagottist nahm mit Platz am Flügel, vierhändig gab es einen slawischen Tanz von Antonin Dvorak.

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